Eine U-Bahn – in diesem Fall eine S-Bahn – für Lurup und den Osdorfer Born: Meike Johannsen (Luruper Forum, v. l.), Herbert van Gerpen (Arbeitskreis Verkehrsplanung Schenefeld), Gerhard Sadler (Borner Runde), Jürgen Beeck (Bürgerinitiative Volkspark), Sabine Schult und Udo Schult (beide Luruper Forum) von der Initiative „Starten:BahnWest!“. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Osdorfer Born

Die schwarzweiße DIN-A4-Broschüre mit der Überschrift: „U-Bahn für Lurup“ wirkt erstaunlich gut erhalten. Immerhin 45 Jahre alt ist das dünne Blättchen, das die SPD damals, im Bürgerschaftswahlkampf von 1974, herausgegeben hatte. Gerhard Sadler, Verkehrsexperte der Borner Runde und Mitglied der Initiative „Starten:BahnWest!“ (StBW), hat das Druckerzeugnis über die Jahrzehnte hinweg sorgsam verwahrt. Nun könnte das damals gegebene – und kurz darauf wieder gebrochene – Versprechen modifiziert endlich in die Tat umgesetzt werden: Nach dem Abschluss einer Machbarkeitsstudie im letzten Sommer rückt der Bau einer S-Bahn in den Osdorfer Born immer näher. „Eine Schienenanbindung für den Stadtteil ist überfällig“, sagt Sadler.

Bis zu einer möglichen Inbetriebnahme würden allerdings noch mindestens 15 Jahre vergehen. Die Borner wie auch die Einwohner Lurups – mit 6,3 Quadratkilometern Fläche und knapp 37.000 Einwohnern der größte Stadtteil im Bezirk Altona – brauchen zumindest eine Übergangslösung. Dass der HVV seit Dezember eine zusätzliche Expressbuslinie („X3“) zwischen Schenefelder Platz und Innenstadt einsetzt, sei zwar begrüßenswert, aber in der Form nicht ausreichend, findet auch StBW-Sprecher Jürgen Beeck. „Was wir brauchen, sind separate Busspuren!“

Genau 42 Minuten benötigt laut Fahrplan die „normale“ Metrobuslinie 3 bis zum Rathausmarkt, beim „X3“, der etwas mehr als die Hälfte der Haltestellen auslässt, sind es noch 35 Minuten – eine Ersparnis von gerade mal sieben Minuten. Ursache ist die fast immer überlastete Hauptverkehrsachse Luruper Hauptstraße/Luruper Chaussee. Abhilfe könnten nach Meinung der Initiative auch busgerecht geschaltete Ampeln sowie ein generelles Barzahlungs-Verbot bringen.

Von einer Bahnlinie in den Hamburger Nordwesten würde auch die Stadt Schenefeld profitieren. Täglich 6.000 Menschen pendeln von hier aus zur Arbeit, die meisten davon nach Hamburg. „Wir sind die einzige Randgemeinde Hamburgs, die keinen Schienenanschluss hat“, sagt Herbert van Gerpen, Sprecher des Arbeitskreises Verkehrsplanung Schenefeld.

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