Ein seltenes Bild: Glückliche Radler ohne Autos auf der Elbchaussee. . Foto: adfc
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Ch. v. Savigny, Altona/Elbvororte

In diesem Herbst sollen die Bauarbeiten an der in die Jahre gekommenen Elbchaussee beginnen: Der Straßenbelag wird erneuert, Parkbuchten werden eingerichtet. Der gesamte Abschnitt zwischen Manteuffelstraße (Blankenese) und der Max-Brauer-Allee (Altona) wird zur Fahrradstrecke umgebaut.
Doch nachdem der planungsbeauftragte Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) das Vorhaben Anfang des Jahres vorstellte, bläst ihm nun aus dem Bezirk ein scharfer Wind entgegen: So hat die Bezirksversammlung (BV) Altona vor wenigen Tagen für einen Antrag von Grünen und SPD gestimmt, der sich für eine Überarbeitung ausspricht.

Moniert wird vor allem der geplante „Flickenteppich“ aus Radfahrstreifen (nur für Radler), Schutzstreifen (für Autos und Radler, erkennbar an der gestrichelten Linie) und Mischverkehr (ohne Radweg). Der ständige Wechsel erschwere Radlern die Orientierung, heißt es in dem Antrag. Zudem seien Steigungen zu wenig berücksichtigt worden. „Die gesamte Planung muss auf ihre Verkehrssicherheit hin untersucht werden“, fordert Holger Sülberg, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Allerdings kann die BV lediglich ihre Meinung kundtun – die Planungshoheit liegt weiterhin bei der Stadt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigte an, die Planungen überarbeiten zu lassen.

Radfahrstreifen und
„Schutzstreifen“ wechseln

Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre geht es zunächst einmal um den 4,2 Kilometer langen, westlichen Abschnitt zwischen Manteuffel- und Parkstraße (Othmarschen). Beide Straßenseiten zusammengenommen sollen hier gut 1,3 Kilometer Radfahrstreifen und 3,7 Kilometer Schutzstreifen entstehen – allerdings nicht am Stück, sondern mit Wechseln alle paar 100 Meter. Die restlichen 3,3 Kilometer der Strecke bleiben ohne Radweg.
Laut Planung geht es nicht anders, weil die Fahrbahn unterschiedlich breit ist. So soll es zum Beispiel vor dem Hotel C. Jacob (Nienstedten) beim Mischverkehr bleiben – aus Platzmangel. Als Ausgleich könnte hier jedoch Tempo 30 vorgeschrieben werden.

Für Tempo 30 – allerdings auf der gesamten Strecke – spricht sich auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) aus. „Verkehrsberuhigung führt zu mehr Sicherheit“, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau. Potentielle Radler, die sich unsicher fühlten, würden gar nicht erst aufs Rad steigen. „Laut Klimaplan will der Senat den Anteil des Radverkehrs auf bis zu 30 Prozent bis 2030 steigern. Die vorliegende Planung für die Elbchaussee wird aber keinen Menschen vom Auto aufs Rad locken.”

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