365 Mal wurde das Kriseninterventionsteam im Jahr 2019 alarmiert. Foto: DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg
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Siegmund Borstel/DRK, Hamburg-Süd. An 365 Tagen und Nächten im Jahr halten sich ehrenamtlich Aktive des Kriseninterventionsteams (KIT) Hamburg bereit. Sie stehen Menschen unmittelbar nach psychisch stark belastenden Erlebnissen wie Unfällen oder Gewalttaten zur Seite. Exakt 365 Mal wurde das KIT im Jahr 2019 alarmiert – statistisch also einmal pro Kalendertag, so häufig wie nie zuvor seit der Gründung des
Teams beim DRK Harburg vor mehr als 20 Jahren.
Bei den 365 Einsätzen haben die vom DRK Harburg geschulten Mitarbeiter bei 1.123 Menschen „erste Hilfe für die Seele“ geleistet. „Hinter diesen Zahlen verbergen sich viele hochdramatische Ereignisse und bewegende Einzelschicksale. Wir bleiben, bis sich die Situation stabilisiert hat, bieten menschliche Nähe an und vermitteln weiterführende Hilfe“, erklärt der Leiter des DRK-Kriseninterventionsteams, Malte Stüben. Das Risiko, dass es zu langfristigen traumatischen Schäden kommt, sinkt für die Betreuten deutlich.
Die häufigsten Einsätze des KIT bestanden auch im vergangenen Jahr in der Begleitung der Polizei bei der Überbringung einer Todesnachricht. „Besonders tragisch sind natürlich alle Ereignisse, bei denen Kinder dabei sind“, sagt der Stüben. 163 der betreuten 1.123 Personen im vergangenen Jahr waren Kinder unter 17 Jahren.
Alarmiert wird das KIT in Hamburg grundsätzlich durch Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste, in einigen Fällen auch durch das Institut für Rechtsmedizin. „Die gute Kooperation ist eine wichtige Grundlage für unsere Arbeit“, sagt Olav Meyer-Sievers, KIT-Referent beim DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg. Das Kriseninterventionsteam besteht aktuell aus 51 Mitgliedern.
„Wir sind vor Ort, wenn wir gebraucht werden. Das ist eine Aufgabe, die jeden von uns immer wieder fordert, aber auch viel gibt. Alle im Team erleben das Gefühl als sehr bereichernd, Menschen in Not helfen zu können“, so Malte Stüben. Finanziert wird die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer durch Spenden.

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