Rot-weißer Orientierungspunkt am Strand von Blankenese: Die beiden Leuchttürme im Stadtteil werden in diesem Jahr durch Neubauten ersetzt. Foto: cvs/Archiv

Ch. v. Savigny, Blankenese

Spätestens im Herbst sollen sie weg: Die beiden markanten, rotweißen Leuchttürme im Baurs Park und am Strand von Blankenese, die gemeinsam die „Richtfeuerlinie Blankenese“ bilden, werden abgebaut und durch Neubauten ersetzt. Hintergrund ist die Verbreiterung der Elbe-Fahrrinne von 200 auf 385 Meter (das Elbe Wochenblatt berichtete). Während der Neubau längst beschlossene Sache ist, regt sich allerdings der Widerstand im Stadtteil gegen den Abriss der alten Rundbauten. Im Gespräch sind unter anderem eine gastronomische Nutzung, ebenso wie die Einrichtung eines „Gezeiten-Kunstwerks“. Bereits 2006 regte die Altonaer SPD an, wenigstens eins der beiden Elbfeuer als Aussichtsturm zu behalten.

Unterstützung kommt jetzt vom Architekturstudenten Samuel Zeyse von der Bauhaus-Universität Weimar, der mit seiner Arbeit „De Füürtoorn Blankenese“ einen Wettbewerb beim „International Council on Monuments and Sites“ (ICOMOS) gewonnen hat. Darin setzt sich Zeyse dafür ein, die Blankeneser Leuchtfeuer unter Denkmalschutz zu stellen.

Kulturbehörde und HPA:
nicht erhaltenswerte Türme

Die Begründung: Beide (1983 und 1984 erbauten) Türme prägten seit über 35 Jahren das Stadtbild. Sowohl für die Schifffahrt als auch für die Bewohner seien sie zum Orientierungspunkt, Wahrzeichen und zu einem Ort der Identifikation geworden. Zeyse fordert: „Nach dem ersten nautischen Lebenszyklus sollten die denkmalwürdigen Türme der Öffentlichkeit zur Umnutzung überlassen werden.“

Damit stößt er allerdings bei der Kulturbehörde auf taube Ohren: Für eine Unterschutzstellung gälten genaue gesetzliche Bedingungen, die in diesem Fall nicht erfüllt seien, sagt Sprecherin Anja Bornhöft. „Insbesondere, da die Leuchtfeuer keine technische Innovation darstellen und in ihrer Form auch keinen Seltenheitswert haben.“

Nach Auskunft der zuständigen Hamburg Port Authority (HPA) laufen aktuell die Gründungsarbeiten für die neuen Türme. Laut Planung sollen sie im Herbst 2020 in Betrieb gehen. „Die alten Richtfeuer bleiben so lange in Betrieb, bis die neuen Richtfeuer leuchten“, sagt HPA-Sprecher Kai Gerullis. Auch die HPA spricht sich gegen einen Erhalt aus: „Um Verwechslungsgefahren und damit Sicherheitsrisiken auszuschließen, müssen aus nautischen Gründen die jetzigen Leuchttürme zurückgebaut werden.“ An der Stelle des alten Unterfeuers werde allerdings eine neue Aussichtsplattform entstehen.

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