Hat Spaß am Fußball: Die 1. D-Jugend von Grün-Weiß Eimsbüttel. Foto: Dirk Andresen

Von Dirk Andresen. Mit einem satten Zischen fliegt der Ball in die Maschen. „Super, Vincent“, ruft Joachim Matschinsky, „klasse Schusstechnik!“ „Joschi“ wie seine Schützlinge den 59-jährigen Fussball-Trainer der 1. D-Junioren von Grün-Weiß Eimsbüttel nennen, ist in seinem Element. Er korrigiert bei Stellungsfehlern, muntert nach Patzern auf, treibt an, motzt auch schon mal, wenn die Zwölf- und 13-Jährigen auf Durchzug geschaltet haben.

Seit 18 Jahren coacht der freundliche Eisenbahner, der bei notorischer Nichtbeachtung seiner Anweisungen auch mal lauter werden kann, die Nachwuchs-Kicker. Seine Motivation: „Ich liebe den Fußball und die Arbeit mit den Jungs.“

Ein Credo, dass für den ganzen Verein stehen könnte. Viele meist ehrenamtlich tätige Trainer, Betreuer und Helfer, die meist für geringe Aufwandsentschädigungen einen Großteil ihrer Freizeit opfern, sind der Motor des Klubs im Herzen Eimsbüttels. Fast 3.000 Mitglieder, über 20 angebotene Sportarten, darunter auch Ballett, Rhythmische Sportgymnstaik, Qi-Gong, Korbball und das Selbstverteidigungstraining Shinson Hapkido – der GWE-Laden brummt. Am Laufen hält ihn an entscheidender Stelle auch Geschäftsführer Jürgen Hitsch.

Wann kommt der Umbau der Hagenbeckstraße?

„Seit 30 Jahren bin ich hier. Damals war so einiges ziemlich ‘runtergekommen“ In der angrenzenden Lenzsiedlung und auch auf den GWE-Sportanlagen Tiefenstaaken sowie Hagenbeckstraße.

Erstere Sportanlage allerdings hat inzwischen eine Generalüberholung, die größtenteils aus der Vereinskasse gestemmt wurde, hinter sich. Ein neues Multifunktionsgebäude mit integriertem Fitness- und Gesundheitsstudio, eine Beachvolleyball-Anlage und ein Kunstrasenplatz sind die Prunkstücke des 1901 gegründeten Vereins.

Für Hitsch und sein Team stehen aber keineswegs nur sportliche und bauliche Ambitionen im Fokus der Vereinspolitik. „Allein nebenan in der Lenzsiedlung leben Menschen aus mehr 20 verschiedenen Nationen“, so Hitsch, „klar, dass uns da eine wichtige soziale und integrierende Funktion zufällt.“ „Laut gegten Nazis“, prangt auf einem großen Vereinsbanner an der Anlage Tiefenstaaken. „Wir müssen uns positionieren“, so Hitsch, „dem Rassismus offen den Kampf ansagen, Leute mit solcher Gesinnung haben bei uns nichts zu suchen. Das ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

Dass GWE, einer der 25 größten Sportklubs Hamburgs, nicht nur diesbezüglich auf Kurs bleibt, ebenso. Dafür kämpfen Hitz und Co. seit Jahren auch mit den zuständigen Behörden. Die Renovierung der Sportanlage Hagenbeckstraße hat dabei zentrale Bedeutung. Hitsch: „Dort wurde seit 25 Jahren nichts mehr gemacht, weil das Geld fehlt. Der Senat und die zuständigen Politiker wollen helfen. Aber oftmals sind die zuständigen ausführenden Behörden nicht gerade kooperativ. Seit 2016 warten wir bei diesem Projekt auf Zuschüsse und Unterstützung.“ Traurig und auch bitter für einen Verein, der unter anderemden Nationalspieler Patrick Owomoyela hervorbrachte. Genau wie die aktuelle Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Hannelore Ratzeburg, die immer noch Mitglied ist.

„Joschi“ Matschinsky kümmert die Verbands- und Vereinspolitik bei seiner großen Leidenschaft indes nur wenig. Sein Anliegen: „Die Jungs müssen sich austoben, sie sollen Spaß bei ihrem Sport haben. Unser Leitspruch dabei: Einer für alle – alle für einen.“

❱❱ www.gweimsbuettel.de

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here