Das ist ein Entwurf für das Projekt „HAR6“. Foto: Schenk + Waiblinger
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Andreas Göhring, Harburg. Auf den Abriss des maroden Harburg Centers hatten die Harburger Jahrzehnte gewartet. Jetzt müssen sie schon wieder warten: Das Projekt „HAR6“, ein Wohn- und Geschäftshaus, das auf dem Harburg Center-Gelände entstehen soll, ist ins Stocken geraten. Warum wusste außer ein paar Eingeweihten niemand so genau. Jetzt haben zwei Kleine Anfragen der Bezirksabgeordneten Viktoria Isabell Ehlers (FDP) und Ralf-Dieter Fischer (CDU) ein wenig Licht ins Dunkel gebracht.
Der Vorbescheidsantrag für den Neubau am Harburger Ring mit rund 200 Mikroapartments, 30 größeren Wohnungen, gut 2.400 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie einer zweistöckigen Tiefgarage mit gut 100 Stellplätzen war schon gestellt. Doch plötzlich wollte Projektentwickler BPD die Pläne der Architekten Schenk + Waiblinger (Heute: Schenk Fleischhaker Architekten) ändern – angeblich wegen personeller Veränderungen und gestiegener Baupreise. Insider hielten es eher für ein geplantes Vorgehen, in dem Projektentwickler noch einmal „nachrechnen“ und dann Veränderungen durchboxen, die das Vorhaben noch lukrativer macht.

BPD wollte die Zahl der
Geschosse verringern und die Verkaufsflächen im Erdgeschoss durch Wohnungen ersetzen
Jörg Penner
Baudezernent

Harburgs Baudezernent Jörg Penner erinnert sich: „BPD wollte die Zahl der Geschosse verringern und die Verkaufsflächen im Erdgeschoss durch Wohnungen ersetzen.“ Da dies auch mit erheblichen Veränderungen der Architektur verbunden wäre, hätte der Projektentwickler auch einen neuen Vorbescheidsantrag stellen müssen. Das hätte viel Zeit gekostet. Dafür setzte BPD jetzt den Verzicht auf ein Geschoss der Tiefgarage durch. Das war ohne einen neuen Vorbescheidsantrag möglich. Allerdings muss-ten in der Nachbarschaft ausreichend Stellplätze für die Autos der künftigen Bewohner nachgewiesen werden. Das ist inzwischen offenbar mit Hilfe der benachbarten Parkhäuser gelungen.
Wann denn nun endlich mit dem Neubau begonnen wird, ist nicht bekannt. Nicht nur die Anwohner warten darauf, zumal sich die Zulieferer für den Adese-Markt und andere durch die enge Ebelingstraße quälen müssen. Die Verzögerungen sorgen aber vor allem bei Hochbahn-Kunden für richtigen Ärger. Kurz vor Abrissbeginn wurde nämlich die Bushaltestelle direkt vor dem alten Harburg Center aufgehoben. Vorschläge für Ersatz-Haltestellen wurden von der Behörde für Wirtschaft, Innovation und Verkehr abgelehnt

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