Nach der Titelverteidigung feierte Sebastian Formella mit Freunden im Harburger Stellwerk. Foto: kreller
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Waldemar Düse, Hamburg-Süd. Selbst nach einem zumindest in seiner ersten Hälfte anstrengenden Kampf wirkte Sebastian Formella so aufgedreht wie in den zwölf Runden zuvor. Gerade hatte der 32-jährige in Neugraben lebende Containerbrückenfahrer seinen WM-Titel im Weltergewicht des Boxverbandes IBO gegen den Nicaraguaner Roberto Ariazza erstmals verteidigt. „Hafen-Basti“ siegte einstimmig nach Punkten.
3.000 Zuschauer in der ausverkauften Halle des Wilhelmsburger Inselparks waren begeistert. Begeistert vor allem von der Art und Weise, wie Formella die taktische Marschroute seiner beiden Trainer Mark Haupt und Peter Cwielong umgesetzt hatte: Ständig tänzelnd unterwegs, unglaublich beweglich und dabei auch noch die weitaus klareren Treffer setzend.
Sein als schlagstark geltender 29-jähriger Herausforderer fand darauf nie eine Antwort und wirkte zunehmend ratlos, je länger der Kampf dauerte. „Er hat härter geschlagen als Mbenge, da musste ich durchgehend aufpassen“, analysierte Formella unmittelbar nach dem Ende des Kampfes. Aber spätestens nach der fünften Runde sei der Wille Ariazzas gebrochen gewesen. „Danach habe ich ihn runtergeboxt.“
Doch ganz so einfach wie sich das anhörte, war die Sache nicht. Hinter dem Erfolg steckte monatelange Arbeit, Formella war mit entsprechenden Sparringspartnern genau auf diese Taktik vorbereitet worden.
Den für den 22. Februar in Las Vegas geplanten Kampf gegen den gebürtigen Mexikaner Antonio DeMarco hat der Harburger abgesagt. „Eine tolle Chance, aber zu kurzfristig. Sebastian muss sich erst einmal erholen“, teilte das Management auf Anfrage mit.

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