Unterwegs mit dem Bollerwagen: Ernte(dank)feste - hier eine Aufnahme von 1929 - stehen auch heute noch auf dem Jahreskalender der Steenkamper. Fotos: Heimstättervereinigung Steenkamp

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld

Es begann mit einem Wohnbauprojekt für Geringverdiener, Kriegsheimkehrer und junge Familien direkt nach dem Ersten Weltkrieg. Heute – genau 100 Jahre später – ist die Steenkampsiedlung immer noch das, was sie damals schon war: ein gelungenes Beispiel für stadtnahes, günstiges Wohnen – mit Garten und lebendiger Nachbarschaft. Rund 760 Wohnungen gibt es in dem 22 Hektar großen Quartier zwischen Notkestraße und Osdorfer Weg. Die 1920 gegründete „Heimstättervereinigung Steenkamp“ – deren Vereinszweck es ist, das Kultur- und Gemeinschaftsleben im Viertel zu fördern – feiert in diesen Tagen zusammen mit dem ganzen Quartier sein hundertjähriges Bestehen.

Darüber hinaus gilt die Steenkampsiedlung als Keimzelle der 1922 ins Leben gerufenen Saga: Ursprünglich hatte die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft die etwa 670 Ein- und 90 Mehrfamilienhäuser verwaltet und vermietet. Seit 2002 wurden die Gebäude nach und nach an ihre Bewohner verkauft. Etwa zwei Drittel von ihnen leben heute in einer Eigentumswohnung.

Der sogenannte Steenkampsaal, ein Nachbarschaftstreff im Zentrum des Viertels, kann seit einigen Jahren nicht mehr gratis genutzt werden. „Der Saal ist für die Gemeinschaft nicht mehr dauerhaft gesichert, nachdem die kostenlose Nutzungsüberlassung von der Saga in einen kostenpflichtigen und befristeten Mietvertrag überführt wurde“, erklärt Claus Thiele, Saalverwalter und langjähriges Vereinsmitglied.

Nach Verhandlungen mit der Saga sei man inzwischen aber wieder guten Mutes, den Saal weiter nutzen zu können. Die Miete für den Steenkampsaal muss die Heimstättervereinigung durch Mitgliedsbeiträge aufbringen. Zahlreiche Hobby- und Interessentengruppen haben sich im Laufe der Jahre gebildet – zum Beispiel eine Theatergruppe, der Chor der „Steenkamp-Singers“, sowie mehrere Seniorenkreise. Für Jugendliche und andere jung gebliebene Bewohner wird regelmäßig ein Discoabend veranstaltet. Vieles davon findet im Steenkampsaal statt. Beliebt sind ebenso die zahlreichen Open-Air-Nachbarschaftsfeste, so etwa das Erntefest, das bereits kurz nach der Siedlungsgründung erstmals gefeiert wurde. „Wir sind ein Verein von Nachbarn für Nachbarn. Er lebt davon, dass jeder aktiv mitarbeitet“, sagt Vorstandsmitglied Jan Meybek.

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