Im Dezember hatte der Pfadfinderstamm von St. Andreas mit einer Mahnwache auf den Streit mit dem Kirchenvorstand aufmerksam gemacht. Foto: pr
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Maren Langenbach, Eimsbüttel

Eigentlich sah es ganz nach Versöhnung aus. Der Bruch zwischen dem Kirchenvorstand der St. Andreas-Gemeinde in der Bogenstraße und ihrem Pfadfinderstamm schien gekittet. Pastor Kord Schoeler hatte dem Elbe Wochenblatt im Dezember noch gesagt, „dass die Einbindung des Pfadfinderstammes in die Kirchengemeinde“ feststehe. Nun hat sich das Blatt gewendet. „Wir sahen uns weiterhin schlechter Stimmung seitens der Kirche ausgesetzt, fühlten uns nicht mehr willkommen, so dass wir beschlossen haben, zu gehen“, sagt Pressesprecher und Pfadfinder-Betreuer Helmut Lindner.

Zusammenarbeit mit dem CVJM als Lösung?

„Zum Glück haben uns viele Menschen unterstützt, darunter vor allem die Eltern unserer Sipplinge, und ihre Hilfe angeboten, so dass wir neue Räume für unsere über 200 Pfadfinder gefunden haben“, so Lindner. Die Jüngeren in der Grindelallee können Räume der Oncken-Gemeinde nutzen, die älteren Sipplinge sind in der Susannenstraße.
Allerdings sei mit den derzeitigen Quartieren keine Dauerlösung gefunden, so Lindner. Spätestens im Frühjahr müssten die Kinder und Jugendlichen aus den Räumen in der Grindelallee ‘raus. „Wir hoffen und beten also weiter für eine Lösung, denn die Kinder brauchen nicht nur Räume für ihre Gruppentreffen – sie brauchen als einen Ort, an dem sie sich wohl fühlen, ein Zuhause, wo man sie willkommen heißt.“

Dabei schlagen die Pfadis rund um Sippenführer Artur Tietgens die Tür zu ihrer angestammten Gemeinde nicht ganz zu. „Wir suchen Räumlichkeiten in unserer angestammten Umgebung in oder zumindest rund um die Bogenstraße, schließlich war dies 70 Jahre lang die Heimat unseres Stammes.“ Organisatorisch wolle man sich allerdings unabhängig machen, so Lindner, der eine Zusammenarbeit mit dem CVJM als Möglichkeit andeutet. „Wir bereiten derzeit unsere Sommerlager-Fahrten vor, die Abwicklung mit der Gemeinde, wenn es etwa um Belege oder allgemein eine Abrechnung des Ganzen geht, gestaltet sich sehr schwierig, niemand will zuständig sein. Wenn wir uns da unabhängig aufstellen können, würde auch dieser Bereich leichter abzuwickeln sein.“

Aber auch für die Kirchengemeinde um Pastor Schoeler ist die Pfadfinderarbeit weiterhin Thema. Auf der Homepage wurde eine Sonderseite eingerichtet zu der „Entwicklung der Beratungen rund um die Pfadfinder-Jugendarbeit“, die fortlaufend aktualisiert wird. Es gehe darum, diese so transparent wie möglich zu organisieren, so dass die Gemeinde sie gut verantworten könne: mit Blick auf Finanzen und Versicherung, sowie in Hinsicht auf das Wohl der Jugendlichen. Da gebe es Defizite, so die Kirchenleitung in ihrem Statement weiter. „Wir werfen keinem Ehrenamtlichen im Einzelnen Versäumnisse vor. Es steht keine Drohung mit einem Rauswurf im Raum.“ Von dem Auszug der Pfadfinder Mitte Dezember habe man aus einer Pressemitteilung erfahren. Helmut Lindner bleibt vorsichtig optimistisch: „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, für Gespräche sind wir offen. Hoffen wir, dass ein Wunder geschieht.“

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