Foto: Polizei NRW

Angeblicher Kripobeamter „Jan Berger“
ergaunerte von Eißendorfer Seniorin mehrere Tausend Euro

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd. Professionelle Betrügerbanden versuchen in ganz Hamburg, Senioren per Telefon abzuzocken. In Eißendorf hat die Polizei jetzt mehrere Fälle registriert.

Wie ging der Betrüger vor?
Die Maschen der Betrüger, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen, sind vielfältig. In Eißendorf rief ein falscher Polizeibeamter an.
Der angebliche Kriminalbeamte, der sich Jan Berger nannte, überzeugte eine Seniorin, dass jemand versucht habe, ihr Geld und ihre Wertsachen aus dem Schließfach zu stehlen – denn auch Mitarbeiter der Sparkasse steckten mit den Tätern unter einer Decke.
Die Frau sollte die Geldscheine aus dem Schließfach holen und dem Betrüger übergeben, damit diese nach Fingerabdrücken untersucht werden. Durch geschickte Gesprächsführung gelang es dem Betrüger, dass die Frau eine größere Menge Bargeld an den angeblichen Kriminalpolizeibeamten übergab. Ihr Schaden: mehrere Tausend Euro.
Wichtig: Die richtige Polizei wird niemals dazu auffordern, Geld von der Bank abzuheben, es zu Hause zu deponieren oder an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben! Selbst dem Display des Telefons kann man nicht trauen. Betrüger können mit Hilfe so genannter Spoofing-Dienste die Anzeige fälschen.

Wie funktioniert der Enkeltrick?
Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an. Sie geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall oder ein Autokauf.
Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt, oft werden die Betroffenen auch durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, sofort zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrickbetrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Die Polizei Hamburg bietet zum Thema „Betrüger am Telefon“ kostenlose Beratungen an.
Die Harburger Polizei erreicht man rund um die Uhr unter Tel 428 65 46 10, die Wache am Neugrabener Markt unter Tel 428 65 47 10, die Wilhelmsburger Wache in der Georg-Wilhelm-Straße unter Tel 428 65 44 10.

Was rät die Polizei?

Wie können sich Senioren vor Betrügern schützen? Einfach die folgenden Ratschläge der Hamburger Polizei beachten
• Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
• Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
• Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
• Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
• Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehenden Personen.
• Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
• Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
• Bewahren Sie Ihre Wertsachen, beispielsweise höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände, nicht zu Hause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.

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