David Bielaszewski und Gunilla Lüeb setzen sich für den Erhalt des Schulstandorts am Holstentor ein. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Karoviertel

Hat im Fall der Abendschule vor dem Holstentor jetzt ein Umdenken stattgefunden? Oder geht es doch nur um einen Aufschub? Wie berichtet, plant die Schulbehörde (BSB), drei Hamburger Institute für Erwachsenenbildung an einem neuen Standort zusammenzulegen. Davon betroffen wäre auch die Abendschule vor dem Holstentor. Doch deren Schülerschaft – etwa 320 Personen zwischen 20 und 70 Jahren lernen hier fürs Abitur oder die mittlere Reife – wehrt sich entschieden gegen das Fusionsvorhaben.

„Wir haben ein tolles Verhältnis untereinander – nicht nur mit den anderen Schülern, sondern auch mit den Lehrkräften“, erklärt Gunilla Lüeb, eine der Schulsprecherinnen. „Eine Zusammenlegung würde die gute Atmosphäre mit Sicherheit zerstören!“ Zudem hängen die Schüler an ihrem Schulgebäude, ein denkmalgeschützter Bau von 1875 mit großem Lichthof und umlaufenden Galerien.

Hoffnung schöpft das Schulsprecherteam derzeit aus dem überraschenden Angebot der BSB, Arbeitsgruppen zu bilden und bis zum Sommer zusammen mit Behördenmitarbeitern über die Zukunft der Holstentor-Schule zu beraten. Die Betroffenen geben sich verhalten optimistisch: „Geht es um das ,ob’? Oder um das ,wie’? Können wir den Zusammenschluss noch verhindern? Das wissen wir natürlich nicht“, sagt Gunilla Lüeb.
Ihr Mitschüler David Bielaszewski, ebenfalls Schulsprecher, hält es „immerhin für ein gutes Zeichen, dass uns die Bildungsbehörde einlädt“. Sicher ist: Ende Januar soll es losgehen, spätestens zu Beginn der Sommerferien will man zu einem Ergebnis gelangt sein – wie auch immer das aussieht.

Ursprünglich sah es deutlich düsterer für die Schule aus: Erst Anfang Dezember hatte Schulstaatsrat Rainer Schulz das Projekt („Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung“) mit seiner Unterschrift abgesegnet – nur einen Tag, nachdem die Schüler eine Online-Petition (auf www.change.org) gestartet hatten. Derzeit gibt es rund 1.250 Unterstützer. Sollte die Marke von 7.000 erreicht werden, überlegen die Initiatoren, ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten.

Dass so ausgiebig über die Zukunft der Abendschule Holstentor spekuliert wird, liegt nicht zuletzt an der, freundlich formuliert, unglücklichen Informationspolitik der Schulbehörde. Wie die neue Entwicklung zu bewerten ist, bleibt unklar: Von der BSB gab es bis Redaktionsschluss – wie schon auf die Anfrage des Elbe Wochenblatts zu diesem Thema im Dezember – keine Stellungnahme.

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