Langfristig plant die Hadag auch mit umweltfreundlichen Plug-In-Hybrid-Schiffen – für den Einsatz im flachen Wasser wäre die abgebildete Fähre jedoch ebensowenig geeignet. Foto: hadag

Ch. v. Savigny, Blankenese/Cranz

15 Überfahrten pro Tag – von denen üblicherweise die Hälfte ausfällt oder nur unvollständig beendet werden kann: Die Fährverbindung Blankenese – Cranz – eine hauptsächlich von Berufspendlern und Touristen genutzte Linie – sorgt schon seit Längerem für Unmut in den betroffenen Stadtteilen. „Um den Ausfällen entgegenzuwirken, fordern wir, dass die Hadag Schiffe mit weniger Tiefgang einsetzt“, sagt Benjamin Harders vom Blankeneser Bürgerverein. Gemeinsam mit anderen Organisationen (unter anderem der Arbeitskreis Cranz und dem Zukunftsforum Blankenese) hat der Bürgerverein mit seinem Anliegen schriftlich an die Hadag und an die Wirtschaftsbehörde gewandt.

Die Linie Blankenese – Cranz kann wohl mit Fug und Recht als historisch bezeichnet werden, da ihre Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Damals war sie Teil der Handelsroute zwischen Hamburg und Bremen. Von der einstmals florierenden Verbindung ist heute wenig übriggeblieben: Die Fahrgastzahlen sinken seit Jahren rapide – so wurden etwa für 2011 insgesamt 130.000 Mitfahrer gezählt, 2013 waren es dagegen nur noch 23.000. Nach Meinung von Harders liegt das an den vielen Ausfällen. „Wenn die Fähre zuverlässiger wäre, hätte sie auch mehr Nutzer“, sagt er.

Fahrgäste müssen 20
Minuten mit dem Bus fahren

Laut Fahrplan steuert die Fähre mit der Bezeichnung „HBEL“ („Hamburg-Blankenese-Este-Linie“) einmal pro Stunde das andere Elbufer an – im Winter etwas seltener. Das Problem ist die Elbsüdseite: Nicht zuletzt aufgrund der Zuschüttung des Mühlenbergers Lochs verschlickt die dortige Mündung der Este (mit dem Anleger Cranz) immer schneller.
Die Folge: Die beiden Fährschiffe „Altona“ und „Finkenwerder“ (jeweils 1,50 Meter Tiefgang) müssen stattdessen mit dem Anleger Finkenwerder vorlieb nehmen – auch Niedrigwasser kann hierfür ein Grund sein. Für die Fahrgäste bedeutet dies eine zusätzliche, 20-minütige Busfahrt. Oder aber, die Verbindung fällt komplett aus.

Nach Unternehmensauskunft liegt die Wassertiefe im ungünstigsten Fall bei gerade mal 20 Zentimetern – deutlich zu wenig für ein alternatives Wasserfahrzeug der Hadag-Flotte. „Ob der Aufwand einer regelmäßigen Ausbaggerung verhältnismäßig wäre, ist letztlich eine politische Entscheidung“, sagt Vorstandschef Tobias Haack. Die Linie HBEL habe allerdings jetzt schon den bei weitem höchsten Zuschussbedarf aus Steuermitteln pro Fahrgast.

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