Nuran Hoeldtke telefoniert zweimal mit dem Kundenservice der Post. Der beruhigte und schickte jeweils einen Standardbrief. Die beiden Einschreiben verschwanden im Logistikzentrum Hamburg Süd. Foto: ki

Sinstorferin verschickt zwei Einschreiben, die jeweils einen Gutschein enthalten. Beide gehen verloren

Karin Istel, Harburg. Nuran Hoeldtke versteht die Welt nicht mehr. In den letzten Wochen verschickte die Sinstorferin zwei wichtige Briefe per Einschreiben. Beide enthielten jeweils einen Gutschein – und beide kamen nicht an. Die Post weist alle Verantwortung von sich.
Und das ist passiert: Im Internet entdeckte Nuran Hoeldtke im Sommer preiswertes Handarbeitszubehör. „Da habe ich mit der Anbieterin telefoniert. Sie wohnt in Georgsmarienhütte. Das ist nicht gerade um die Ecke. Also haben wir vereinbart, dass ich ihr einen Drogerie-Gutschein über 50 Euro per Post schicke. Wenn sie den Brief hat, sollte sie mir die Sachen zuschicken“, beschrieb die passionierte Handarbeiterin. Gesagt, getan. „Ich habe den Brief extra als Einwurf-Einschreiben versandt. So wollte ich sicher sein, dass er auf jeden Fall ankommt.“
Ins Grübeln kam Nuran Hoeldtke, als sich die Empfängerin nicht meldete. „Nach drei, vier Tagen habe ich mit ihr telefoniert. Der Brief hatte sie nicht erreicht. Also forschte ich mit Hilfe der Sendungsnummer nach, wo er war“, sagt Hoeldtke – und erlebte eine böse Überraschung. „Der Brief hat das Logistikzentrum Süd nie verlassen.“ Das ließ sich über die „Sendungsverfolgung“ ermitteln.
Wütend und enttäuscht ruft sie beim Kundenservice an. Der beruhigt sie und schickt einen Standardbrief.
Nuran Hoeldtke möchte die Handarbeitssachen aber unbedingt haben. Sie schickt ein zweites Einschreiben, diesmal mit Rückschein, nach Georgsmarienhütte. Wieder liegt ein 50-Euro-Gutschein im Brief. Und wieder kommt der Brief nicht an. Nach einem erneuten Telefonat mit dem Kundenservice erhält sie wieder ein Standardbrief. „Leider konnten wir die Sendung, in der sich nach Ihren Angaben Gutscheine befanden, trotz intensiver Recherchen nicht finden“, heißt es darin.
Von Seiten der Post heißt es schlicht: „Selbstverständlich ist es unser Interesse, alle uns anvertrauten Sendungen schnell und unversehrt zu transportieren und auszuliefern. Dass in einem Massengeschäft mit täglich 57 Millionen transportierten Briefen und fünf Millionen transportierten Paketen auch Fehler passieren, bedauern wir, können es aber auch nicht völlig ausschließen.“

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