Das Heimfelder Holz, eine rund 95 Hektar große Waldfläche, soll unter Naturschutz gestellt werden. Foto: panthermedia
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Eine Karte des geplanten Naturschutzgebiets Heimfelder Holz.
Foto: BUE

Ab sofort ist in der 95 Hektar großen Waldfläche „Heimfelder Holz“
jede forstwirtschaftliche Nutzung verboten

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd. Im Frühjahr 2018 hatte Heinrich Schabert (ImmoForst OHG) angekündigt, in seinem Heimfelder Waldgebiet „gewinnorientierte Forstwirtschaft“ betreiben zu wollen. Jetzt hat der Hamburger Senat diesen Plänen einen Riegel vorgeschoben. Das 95 Hektar große Heimfelder Holz soll Naturschutzgebiet werden. Eine forstwirtschaftliche Verwertung der Fläche“ ist ab sofort untersagt. „Das kommt den Enteignungsmethoden der ehemaligen DDR gleich. Solche Maßnahmen zu beschließen, ohne jemals mit uns das Gespräch gesucht zu haben, dürfte in Westdeutschland ohne Beispiel sein“, erklärte Heinrich Schabert gegenüber dem Wochenblatt und kündigte rechtliche Schritte an.
Hintergrund: Schaberts ImmoForst OHG gehören im Heimfelder Holz im Bereich Kuhtrift rund 43 Hektar Wald. Der Unternehmer aus Dinkelsbühl hatte die Fläche Ende 2012 vom Bund erworben. Die Stadt war damals nicht an einem Kauf interessiert.
Zusammen mit zwei Partnern wollte die ImmoForst OHG auf ihrem Gelände einen großen Kletterpark, eine Seilbahn mit 800 Metern Länge sowie eine Flyline, eine auf Schiene mit Kurven ausgestattete Hängeseilbahn mit einer Länge von 600 Metern, bauen. Letztlich scheiterte das von Teilen der Harburger Kommunalpolitik unterstützte Projekt nach langwierigen Verhandlungen am Nein der Umweltbehörde.

Das kommt
Enteignungsmethoden der ehemaligen DDR gleich
Heinrich Schabert,
ImmoForst OHG

Daraufhin kündigte die ImmoForst OHG an, im Heimfelder Forst „Bäume ernten zu wollen“, zwischen 400 und 600 pro Jahr. Eine erlaubte Nutzung, mit der bislang aber noch nicht begonnen wurde.
Um das drohende Abholzen zu verhindern, wurde die Stadt jetzt aktiv. „Im Heimfelder Holz gibt es einen alten Mischwald-Baumbestand. Der Wald ist Lebensraum für Fledermaus- und Käferarten, die vom Aussterben bedroht sind, und außerdem für seltene Pflanzen. Dazu haben wir das Gehölz vor Rodungen geschützt“, begründete Umweltsenator Jens Kerstan. „Wir wollen das Gehölz unter Naturschutz stellen.“
Für Waldbesitzer Heinrich Schabert entsteht durch den Verzicht auf Forstwirtschaft in seinem Heimfelder Wald nach eigenen Angaben eine Schaden in „siebenstelliger Höhe“. „Berechtigte Ansprüche der Grundeigentümer wird die Stadt prüfen“, entgegnet Björn Marzahn (Umweltbehörde).
Ist ein Verkauf der Fläche an die Stadt denkbar? Schabert: „Die Stadt hat uns noch nie ein Kaufangebot unterbreitet. Wir sind mit dem Bezirk Harburg in einem losen E-Mail-Kontakt, in dem geklärt werden soll, ob der Bezirk überhaupt an einem Grundstückskauf interessiert ist.“ Aus der Umweltbehörde heißt es dazu: „Die Stadt Hamburg ist zu einem Ankauf bereit, dies ist dem Grundeigentümer bekannt.“ Das große Feilschen scheint begonnen zu haben.

Zukunft der Hundewiese
Das geplante Naturschutzgebiet Heimfelder Holz umfasst eine Fläche von 95,2 Hektar. Davon gehören 44,6 Hektar der Stadt, 43,3 Hektar der Immoforst OHG von Heinrich Schabert, die restlichen 7,3 Hektar dem Bund und der Kirche.
Die im Wald vorhandene Hundewiese kann in den nächsten zwei Jahren weiter genutzt werden. Ob das auch danach, bei einer Ausweisung als Naturschutzgebiet, beibehalten werden kann, ist unklar. „Dann wird gegebenenfalls auch über einen Ersatz nachgedacht“, so Björn Marzahn (Umweltbehörde).
Übrigens: Das Radfahren abseits ausgewiesener Wege war im Heimfelder Holz bislang schon nicht erlaubt – und ist es auch künftig nicht.

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