Tonka geht es schon wieder besser, sie muss aber noch Medikamente nehmen. Foto: pr

Gaby Pöpleu, Veddel. Ein besonders schlimmer Fall von Tierquälerei wurde jetzt bekannt: Eine schwerkranke Huskyhündin wurde auf der Veddel ausgesetzt, irrte herum. Tierschützer retteten den Hund, brachten ihn ins Tierheim, wo er aufgepäppelt wurde. Jetzt geht es Tonka, wie die Tierschützer die zweijährige Hündin nannten, wieder besser, doch die Tierquäler wurden noch nicht gefasst. Für ihre Ergreifung hat der Hamburger Tierschutzverein HTV eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.
Montagmorgen, 9. Dezember, viertel vor sieben in der Peutestraße: Zwei Männer entdecken eine umherirrende Hündin, deren Haut ganz offensichtlich entzündet und von verkrusteten Wunden übersät ist. Zunächst ist sie ängstlich, die beiden Tierfreunde folgen ihr, bis sich die Hündin schließlich einfangen lässt, und bringen sie ins Tierheim Süderstraße.

Wir sind über diesen verantwortungslosen Umgang zutiefst erschüttert
Sina Hanke,
Hamburger
Tierschutzverein

Die Hündin war in einem sehr schlechten Zustand, stellten dort Tierärzte fest: Die Beine waren nur spärlich behaart, die Krallen viel zu lang. Tonka litt an Demodex-Milben. Das verursacht schlimmen Juckreiz. Monatelang hatte Tonka sich die Haut blutig gekratzt. Großflächige kahle, zum Teil entzündete und verkrustete Stellen bedeckten daher ihre Haut, besonders an Bauch und Hals. Selbst Tonkas Pfoten waren offen, am letzten Drittel ihrer Rute fehlte das Fell. Außerdem war sie viel zu dünn.
Tonka muss wohl noch länger Medikamente nehmen. Sie hat sich aber gut erholt, die Tierschützer gehen davon aus, dass die liebe Hündin wieder ganz gesund wird. Sie könnte schon jetzt in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden, wo man ihre Haut weiter behandelt.
Die Tierschützer vermuten, dass Tonka schon seit mehreren Monaten krank ist. „Wir sind über diesen empathie- und verantwortungslosen Umgang zutiefst erschüttert“, sagt Sina Hanke vom HTV. Der HTV hat deshalb Strafanzeige gestellt.
Die Hündin ist zwar gechippt, der Chip ist aber nirgendwo registriert, so dass kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte. Wer Tonka kennt oder sonstwie Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit bringen kann, sollte sich unter Tel 21 11 06 25 (montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr) oder per E-Mail an tierschutzberatung@hamburger
-tierschutzverein.de an den HTV wenden.
Tonka ist 54 Zentimeter groß und hat – wie alle Huskys – blaue Augen.

Das sagt das Gesetzt
Das Aussetzen eines Tieres stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro bestraft werden. In Tonkas Fall wurde dem Tier eine dringend notwendige tiermedizinische Behandlung vorenthalten. Das gilt als Zufügen von Leid und Schmerzen, ist vermutlich eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Diese kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden.

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