Sie setzen sich für den freien Blick über die Elbe ein: Kristina Sassenscheidt (Denkmalverein, l.), Joachim Schnitter und Anna Zülch (Denkmalrat). Foto: Schnitter
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Ch. v. Savigny, Othmarschen

Er soll rund 50 Meter hoch werden und einen „einzigartigen Blick auf die Elbe und die Elbphilharmonie“ bieten: In Finkenwerder – direkt neben den Airbus-Werken und gegenüber vom Jenischpark – plant das Hamburger Immobilienunternehmen Magna Real Estate AG einen Neubau, der die gesamte übrige Hafenrandbebauung in den Schatten stellen würde. Dagegen wehren sich jetzt mehrere Garten- und Denkmalverbände sowie Parkfachleute: „Gerade der Weitblick auf den Strom mit dem Schiffsverkehr und die dahinterliegenden ,blauen Berge’ war einst für die Anlage des heutigen Parks unter Caspar von Voght ein wichtiges Kriterium. Genau aus dem Grund ist das Jenischhaus an diese Stelle gesetzt worden“, sagt der Gartenhistoriker Joachim Schnitter, der gemeinsam mit verschiedenen Verbänden und Organisationen zum Protest gegen das Vorhaben aufgerufen hat.

Die Beteiligten fordern eine Neuaufstellung des aktuellen Bebauungsplans („Finkenwerder 30“) unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Außerdem wird der Investor aufgefordert, das geplante Gebäude „nachvollziehbar“ zu visualisieren – etwa, in dem ein maßstabsgetreues Modell am Elbufer aufgestellt wird. Auf diese Weise sollen sich die Elbvorortler ein besseres Bild vom Ausmaß des Gebäudes machen können.

Vor rund eineinhalb Jahren hatte die Magna Real Estate AG das Projekt – seinerzeit „^“ genannt – erstmals vorgestellt. Insgesamt 22.000 Quadratmeter Bürofläche sollen entstehen – möglicherweise auch Wohnungen. Das Investitionsvolumen liegt bei 92 Millionen Euro. Ein Architektenwettbewerb ist kürzlich zu Ende gegangen. Das Unternehmen möchte zurzeit keine Grafik veröffentlichen, weil der Plan noch überarbeitet wird. Auch deshalb gibt es derzeit keine Stellungnahme von Magna-Geschäftsführer Joachim Rieder. „Ich will nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen“, sagt er. Allerdings weist er darauf hin, dass das Denkmalschutzamt an den bisherigen Planungen beteiligt gewesen sei. „Wir werden das überarbeitete Projekt Anfang 2020 nochmal präsentieren“, kündigt Rieder an.

Nach Auskunft des zuständigen Bezirksamts Mitte wurde noch kein Bauantrag gestellt. Laut Amtssprecherin Sorina Weiland handelt es sich um ein ausgewiesenes Kerngebiet. „Grundsätzlich können unter bestimmten Umständen in einem Kerngebiet ausnahmsweise Wohnungen zugelassen werden. Ob die Erteilung einer Ausnahme an dieser Stelle neben einem Gewerbegebiet möglich wäre, wäre in einem Verfahren zu prüfen“, so Weiland.

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