Ein Wahrzeichen: das Unterfeuer. Foto: archiv/kroll
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Samuel Zeyse, Blankenese/Weimar

Die Blankeneser und alle anderen Hamburger müssen sich in absehbarer Zeit von zwei beliebten Wahrzeichen verabschieden. Die beiden Leuchttürme, die die Richtfeuerlinie Blankenese bilden, werden durch die Umgestaltung der Elbfahrrinne in absehbarer Zukunft ihre Nutzung verlieren. Die Stadt Hamburg plant ihren Abriss.

Mittlerweile haben sich Denkmalpfleger mit den Bauwerken beschäftigt. Doch welche Bauwerke sind eigentlich denkmalwürdig? Gerade aus den Nachkriegsjahren gibt es eine große Fülle an Gebäuden, die zur Zeit ersetzt werden. Wichtige Zeitzeugen der 1960er- bis 1990er-Jahre müssten jetzt unter Schutz gestellt werden, um zukünftigen Generationen ein Denkmal zu sein.

Um dieses Problem genauer zu beleuchten, gab es an der Bauhaus-Universtät, Weimar, das Seminar „Schwieriges Erbe: Verkehrsbauten der späten Moderne“, um auszuloten, welche Verkehrsbauten der Nachkriegsjahre denkmalwürdig seien.
Zwei Projekte des Seminars wurden vom ICOMOS (International Council on Monuments and Sites), eine Beratungsorganisation der Unesco, als preiswürdig ausgezeichnet. Meine Arbeit „de Füürtoorn Blankenese“ ist ein Plädoyer zur Erhaltung der Richtfeuerlinie an der Elbe. „Die beiden Türme hatten eine schwierige Entstehungsgeschichte und sollten nach ihrem ersten nautischen Lebenszyklus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dabei könnten die Türme zur Aussichtsplattform umfunktioniert werden

Charakeristisch für
das Blankeneser Stadtbild

Die beiden markanten Hamburger Türme prägen nun seit 35 Jahren das Stadtbild und stellen aus denkmalpflegerischer Sicht schützenswerte Bauwerke dar. Sie sind charakteristisch für das Blankeneser Stadtbild. Denn nicht nur die Schifffahrt nutze diese Seezeichen, sondern sie seien für viele Hamburger ein Orientierungspunkt, Ausflugsziel, Wahrzeichen und Ort der Identifikation geworden. Sie fügten sich als Landmarke in das städtische Geflecht und seien deshalb, so Zeyse, ein wichtiger Verknüpfungspunkt.

Durch den im Unterschied zu anderen Leuchtfeuern dieser Zeit hohen Grad von interessanten Details seien die Leuchttürme von geschichtlichem Interesse. Das große Zyklopenauge dient dabei der Beleuchtung. Durch die Bullaugen und Schlitze auf der Unterseite des Kegels sind Ausblicke auf Hamburg, seinen Hafen und die Elbe möglich.

Die Türme stehen für die vom Hafen geprägte Stadt Hamburg. Solange die Türme noch stehen, ist es nicht zu spät, sich für so ein Wahrzeichen einzusetzen. Auch die Hamburger Speicherstadt war in den frühen 1990er-Jahren in einer ähnlichen Lage, bis sich die Anwohner für sie stark gemacht haben. Heute sind ist Sie Anziehungspunkt für tausende Besucher aus nah und fern.

2 KOMMENTARE

  1. Der Vorschlag ist gut gemeint, aber unrealistisch. Denn der Vorstoß, die alten Leuchttürme zu behalten, ist längst gemacht worden. Sie stehen aber auf dem Grund der Hamburg Port Authority, die nicht bereit ist, die nötigen Kosten für den Erhalt zu tragen. Auch ansonsten hat sich kein privater Interessent gefunden, der bereit wäre, den Betrag für eine Umnutzung oder die dauernde Pflege aufzubringen. Außerdem würden die alten Leuchttürme für die Schiffsführer neben den neuen verwirrend sein. Deshalb macht es leider keinen Zweck, um die Bauwerke zu kämpfen. Ich bin jedoch überzeugt, dass die neuen – viel größeren! – Leuchttürme rasch das Herz der Blankeneserinnen und Blankeneser erobern werden.

  2. Da bin ich anderer Meinung!
    Ich wohne am Mühlenberg und bin als gebürtiger Essener seit 20Jahren in Hamburg! Ich habe in meiner Heimatregion erlebt, wie man Fördertürme als Zeitzeugen platt gemacht hat! Aus unterschiedlichsten Gründen! Heute vermisst man sie! Unwiederbringlich!

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