REINHARD SCHWARZ, EIMSBÜTTEL

Erneutes Debakel für Grün-Schwarz: Auch der zweite Versuch, den amtierenden Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) abzuwählen, scheiterte. Dem Bündnis aus Grünen und CDU fehlte die erforderliche Mehrheit von mindestens 26 Stimmen, obwohl die Koalition über insgesamt 28 Mandate verfügt. Die Kandidatin von Schwarz-Grün, Katja Husen (Grüne), erhielt in geheimer Wahl lediglich 25 Stimmen der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel – eine zu wenig, um Gätgens als Bezirksamtsleiter abzulösen. Die Biologin in leitender Position im Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) steht nicht für einen dritten Wahlgang zu Verfügung, teilte sie per Twitter mit: „Es hat wieder nicht gereicht, wieder eine Stimme. One way or the other.
(Sinngemäß: Der eine Weg oder der andere.) Mein Weg geht dann ab morgen wieder volle Kraft am UKE weiter. Schade, dass ich nicht zeigen darf, dass ich es wert bin.“

CDU-Fraktionvorsitzender Rüdiger Kuhn wollte sich nicht zur erneuten Wahlschlappe von Grün-Schwarz äußern. Gabor Gottlieb, Vorsitzender der SPD-Fraktion, erklärte: „Wir haben von Beginn an kritisiert, dass Grüne und CDU auf ein transparentes Auswahlverfahren verzichtet und stattdessen eine Kandidatin im Hinterzimmer bestimmt haben. Daher hätten wir es diesem wichtigen Amt für angemessen gehalten, dass sich die Kandidatin vor der Wahl den Abgeordneten sowie den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen einer öffentlichen Anhörung vorstellt.“

SPD-Antrag auf öffentliche Anhörung wurde abgelehnt

Tatsächlich hatte die SPD noch kurz vor Beginn der Bezirksversammlung am Donnerstag den Antrag eingebracht, vor einem weiteren Wahlgang zunächst eine Bürgeranhörung zu veranstalten. Sinn dieses Vorstoßes war es aber wohl, Zeit zu gewinnen und die Abstimmung über Gätgens doch noch zu verhindern. Der SPD-Antrag fand jedoch keine Mehrheit.
Gätgens zeigte sich nach der für ihn erneut so glücklich ausgegangenen Wahl sichtlich erleichtert und erklärte gegenüber dem Elbe Wochenblatt: „Ich hatte den Koalitionären von Grünen und CDU vorab Gespräche angeboten und werde ihnen diese auch wieder anbieten.“ Er stehe weiterhin bereit für eine konstruktive Sacharbeit.

Über die Frage, warum aus den Reihen von Grün-Schwarz mindestens drei ihre Stimme der eigenen Kandidatin erneut versagten, kann nur spekuliert werden. Möglicherweise war einigen Christdemokraten Katja Husen „zu links“, hatte sie sich doch im Vorfeld als
feministisch und antifaschistisch positioniert, Reizwörter für nicht wenige Konservative. Aber auch Grüne, die eine Fortsetzung der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit der SPD wollen, könnten das ehrgeizige Unternehmen torpediert haben.

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