So ein Quatsch: „Elli“ (re.) und „Edwina“ sorgen bei Romy (15) für gute Laune. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Ottensen

Romy (15) kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Eben gerade haben sich „Elli“ und „Edwina“, die beiden Klinikclowns, über ihr eigenes Schuhwerk amüsiert – Edwina trägt Gummistiefel, die am Rand unerklärlicherweise Löcher haben. „Warum bloß?“, fragt Elli. „Na, damit das Wasser auch wieder herauslaufen kann“, sagt Edwina und pustet rasch ein paar Seifenblasen durch die Gegend. Eigentlich findet Romy solche Clownereien eher etwas für Jüngere. Die Jugendliche aus Stuttgart muss aber trotzdem lachen – und das, obwohl am nächsten Tag eine große Operation ansteht. „Eine ganz große“, sagt ihre Mutter Carolin Hönes. Romy hat eine Wirbelsäulenverkrümmung, auch Skoliose genannt. Seit vier Wochen ist sie Patientin im Altonaer Kinderkrankenhaus, dessen kinderorthopädische Abteilung deutschlandweit die größte – und eine der bekanntesten ihrer Art – ist. „Ich bin aufgeregt, aber ich fühle mich auch gut aufgehoben“, sagt Hönes.

1.451 Einsätze absolvieren
die Klinikclowns im Jahr

In vielen Krankenhäusern Hamburgs und in der Umgebung sorgen Clowns wie Elli – die im wahren Leben Bettina Gläske heißt – und Edwina (Nicole Knapp) dafür, dass junge Patienten auch in den schwierigsten Zeiten nicht den Lebensmut verlieren.
„Man muss sich schon bewusst machen, dass sich Kinder und Eltern in einer Extremsituation befinden“, sagt Nicole Knapp. „Deshalb sparen wir grundsätzlich die Krankheit aus und versuchen, uns mit dem Kind auf einer anderen Ebene zu treffen.“ Einen „kleinen Lichtschein“ in die Situation bringen – damit sei in den meisten Fällen schon viel gewonnen. Sage und schreibe 1.451 Einsätze absolvieren die beiden Frauen dieses Jahr – etwa vier Krankenhäuser pro Tag.

„Wir sind rund um die Uhr beschäftigt“, sagt Bettina Gläske. Sie gehören dem Verein der „Klinikclowns Hamburg“ an, in dem sich rund 20 Clowns und Spaßmacher organisiert haben. Die Ausbildung zum Klinikclown baut im Regelfall auf einen anderen Beruf (wie etwa Schauspieler) auf und dauert zehn Monate.
Im Altonaer Kinderkrankenhaus sind die „Klinikclowns“ an jedem zweiten, vierten und fünften Mittwochnachmittag unterwegs. Weitere Besuche finden in Seniorenheimen, Behinderteneinrichtungen, in der Palliativmedizin und im Hospiz statt. Die Einsätze werden zum großen Teil durch Spenden finanziert.

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