(Noch) ein echter Hingucker: der beleuchtete Turm der St. Johannis-Kirche. Kommt das Geld für die erforderliche Sanierung nicht zusammen, droht der Abriss. Foto: pr
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St. Johannis-Kirche: Gutachten soll klären, ob
eine Sanierung des Betonturmes möglich und
sinnvoll ist

Olaf Zimmermann, Harburg. Verliert Harburg wieder eines seiner Wahrzeichen? 2014 wurde der einstmals 96 Meter hohe Phoenix-Schornstein auf 64 Meter gestutzt. Jetzt droht dem stark sanierungsbedürftigen Turm der St. Johannis-Kirche an der Bremer Straße ein noch schlimmeres Schicksal. „Ab einer gewissen Summe wird es nicht mehr sinnvoll sein, diesen 50er Jahre-Turm zu sanieren“, befürchtet Pastor Friedrich Degenhardt (St. Trinitatis).
Hintergrund: Die St. Johannis-Kirche der St. Trinitatis-Gemeinde muss umfangreich saniert werden. Der erste Abschnitt der Baumaßnahmen ist erfolgreich abgeschlossen. Die Kirche hat ein neues Dach, das etwas teurer war als ursprünglich kalkuliert, der Innenraum ist wieder vollständig hergerichtet, die neue Heizungsanlage wurde in Betrieb genommen, die Hauselektrik erneuert, eine neue Blitzschutzanlage
installiert.
Möglich wurde die Finanzierung der gesamten Baumaßnahmen durch einen Zuschuss des Kirchenkreises Hamburg-Ost, durch Fördermittel aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung, sowie Drittmittel von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und von privaten Spendern.

Es wurden
keine kleinen, sondern sehr große Schäden entdeckt
Friedrich Degenhardt
Pastor St. Trinitatis

Im ersten Halbjahr 2020 sollen die Nebendächer auf der Südseite der Kirche und die Treppenanlage zur Bremer Straße hin saniert werden. Ebenso die Außenanlage vor der Kirche an der Bremer Straße.
Am Kirchturm kann derzeit nicht gearbeitet werden. Eine eigens hinzugezogene Sachverständige hat festgestellt, dass die Schäden erheblich größer als gedacht sind und die angedachte Sanierung nicht ausreicht. „Es wurden keine kleinen, sondern sehr große Schäden entdeckt“, so Pastor Degenhardt.
Ein Problem, von dem viele Betonbauten der 50er und 60er Jahre betroffen sind. Ein Gutachten soll jetzt klären, was für Sanierungsmöglichkeiten bestehen. Bis das Papier vorliegt und ausgewertet ist, ruhen die Arbeiten am Turm.
Ab 2020 wird sich die aus der Fusion von Luther, St. Paulus und Trinitatis entstandene Kirchengemeinde Harburg-Mitte mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen. Deren Finanzen sind angespannt, eine kostspielige Turmsanierung kann nur aus eigenen Mitteln kaum finanziert werden. Ob der Kirchenkreis wieder unterstützt, ist ungewiss. Pastor Friedrich Degenhardt: „Es gibt viele Kirchen mit Türmen aus den 50er Jahren.“

Kirchengemeinde Harburg-Mitte
Seit 2016 wurde darüber verhandelt, am 5. Januar 2020 ist es soweit: Dann werden die drei Kirchengemeinden Luther, St. Paulus und St. Trinitatis zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Harburg-Mitte fusionieren. Aus der (finanziellen) Not heraus rücken die Gemeinden eng zusammen, um ein zukunftsfähiges Angebot für Kirche in Harburg zu ermöglichen. Die neue Gemeinde hat etwas mehr als 10.000 Mitglieder und drei Standorte. Zu den vordringlichen Aufgaben gehören die weitere Sanierung der St. Johannis-Kirche sowie die zukünftige Nutzung der Dreifaltigkeitskirche an der Neuen Straße.
Die Heimfelder St. Petrus-Gemeinde hat sich an der Fusion nicht beteiligt.

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