Peter Huppertz (stellvertretender Schulleiter), Jochen Stüsser, Inga Beyer (Kultur- und Pressebeauftragte), Florian Faber und Björn von Maydell (v.l.) organisieren die Veranstaltungen des Literarischen Cafés am Christianeum. Foto: jve

Julia Vellguth, Othmarschen

Donnerstags ist „LitCaf”-Tag am Christianeum – und das seit mehr als 25 Jahren. Wurden im Literarischen Café im Souterrain des Gymnasiums anfangs vor allem Vorstellungen aus der Arbeit von Klassen und Kursen gezeigt, hat es sich inzwischen zu einem über die Schulöffentlichkeit hinaus bekannten Ort für musische Darbietungen entwickelt. Regelmäßig lesen hier namhafte deutsche und internationale Autoren.

Gegründet wurde das LitCaf, wie es in Schulkreisen genannt wird, im Sommer 1993 unter Federführung der Deutschlehrer Ulrike Schwarzrock-Frank und Jochen Stüsser. Das heutige Organisationsteam setzt sich neben Jochen Stüsser aus den Lehrkräften Florian Faber, Björn von Maydell und dem stellvertretenden Schulleiter Peter Huppertz zusammen. Der Raum, einst ein dunkler und feuchter Keller, der als Garderobe für die Aula gebaut und nicht genutzt wurde, bietet heute Platz für bis zu 70 Besucher und ist mit einer Bühne sowie einer professionellen Licht- und Tonanlage ausgestattet. In den Anfangsjahren fanden hier wöchentlich Veranstaltungen statt, aus Zeitgründen sind es inzwischen ein bis zwei Termine im Monat.

Über die Jahre traten im LitCaf viele Prominente auf, so zum Beispiel Siegfried Lenz, Arno Surminski, Kirsten Boie, Regina Möller-Ernst (Appelschnut), Jan Philipp Reemtsma und später sein Sohn Johann Scheerer. Ist der Andrang groß, wie bei Johann Scheerer, zieht das LitCaf spontan in die Schulaula um. Bei speziellen Themen wie Lyrik-Abenden, die nur ein kleines Publikum ansprechen, kann die Runde auch mal überschaubar sein. Nicht nur Literatur wird hier vorgetragen, das LitCaf ist offen für andere Bereiche wie Naturwissenschaften oder Kunst, Musik und Kleinkunst. „Die Atmosphäre im Keller ist das Besondere”, meint Björn von Maydell, „er ist auch für Konzerte, Liederabende und Kleinkunst besonders gut geeignet.”

Auch wenn sich das LitCaf-Publikum größtenteils aus Schülern, Eltern, Lehrern und Ehemaligen der Schule zusammensetzt, sind alle Veranstaltungen für jeden offen. „Das Literarische Café ist keine schulische Veranstaltung, sondern eine Stadtteilveranstaltung. Schule ist mehr als nur ein Ort zum Lernen und Erziehen, auch ein Ort für Kultur”, betont Schulleiter Stefan Prigge. Die Bekanntheit des Gymnasiums und eine gut vernetzte Elternschaft sind von Vorteil, wenn es darum geht, Autoren und Redner an die Schule zu holen. „Alle Autoren kommen gerne”, erklärt Jochen Stüsser.

Gemeinsam mit seinem Team sucht er mit ein paar Monaten Vorlauf interessante Themen und Schriftsteller aus und nimmt Kontakt zu deren Agenturen auf. So konnte er 2014 den aktuellen Buchpreisträger Saša Stanišić oder jüngst den Schauspieler Burghart Klaußner für das LitCaf gewinnen. „Beim LitCaf kann man ohne Eintritt und lange Wege hochkarätige Autoren treffen und Lesungen hören, das ist einmalig”, so Stefan Prigge.

❱❱ Die nächsten Termine: Marlene-Dietrich-Abend mit Christa Krings am Donnerstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr sowie der „Bengelabend” mit Michael Haase und seinem Bengelchor, ausnahmsweise am Mittwoch, 18. Dezember, 19.30 Uhr. Wer per E-Mail über die LitCaf-Veranstaltungen informiert werden möchte, kann eine Mail an bjoern.baronmaydell@chris.hamburg.de schreiben und in den Verteiler aufgenommen werden.

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