Kolja Schirge, Maxi Tukunang (beide Mitglieder des Schulsprecherteams, v. l.), Marina Petersen und Omar Bariz besuchen die Abendschule vor dem Holstentor. Foto: cvs
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Die Schüler der Abendschule vor dem Holstentor (ASH) gehen ungewissen Zeiten entgegen: Laut Schulbehörde soll das Lerninstitut am Holstenglacis mit der Abendschule St. Georg und dem Hansa-Kolleg (Eilbek) zusammengelegt werden. Als neuer Standort ist – gerüchteweise – ein altes Schulgebäude am Holzdamm (nahe Jungfernstieg) im Gespräch. Die Schüler wehren sich. „Ich bin noch nie so gerne zur Schule gegangen wie hier“, sagt Maxi Tukunang, Mitglied im ASH-Schulsprecherteam. „Es herrscht eine tolle Atmosphäre, die von Respekt und Hilfsbereitschaft geprägt ist. Die Lehrer sind mit Herzblut bei der Sache. Anders als an der Regelschule wird man hier noch persönlich gefördert“, erklärt sie.

Innerhalb von zwei bis drei Jahren kann man als Erwachsener an der ASH die Mittlere Reife (ESA), die Fachhochschulreife oder das Abitur nachholen. Die Klassen der Stufen 11 bis 13 haben jeweils zwischen 16 und 25 Schüler, die in ganz Hamburg und im Umland zuhause sind. Das Alter der Schulbesucher liegt zwischen 20 und 70 Jahren, viele von ihnen sind nebenbei berufstätig. Der Unterricht findet nachmittags und abends statt. Weil der gleiche Stoff wie an der Regelschule unterrichtet wird – dies aber auf deutlich weniger Wochenstunden verteilt – müssen die Schüler deutlich mehr zuhause nacharbeiten.

Hintergrund für die Maßnahme der Schulbehörde sind die angeblich zurückgehenden Anmeldezahlen am Holstentor – und eine Anfrage der benachbarten Justizbehörde, die die Räume offenbar für eigene Zwecke benötigt. Eine kleine Anfrage der Schulexpertin Sabine Boeddinghaus (Linke-Bürgerschaftsfraktion) hatte zwar tatsächlich einen leichten Rückgang ergeben (von 351 auf 322 Schüler zwischen 2014 und 2018). Allerdings wurden diese Erhebungen laut Schulsprecherteam ohne die ASH-Haupt- und Realschüler gemacht. Beziehe man diese mit ein, so die Schüler, käme man sogar auf eine Zunahme der Schülerzahl (von 684 auf 688).

Von der Schulbehörde erhielt das Elbe Wochenblatt bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme. Boeddinghaus: „Das ist leider der Stil von Senator Rabe, dass die Betroffenen nicht von vornherein einbezogen werden. Es muss jetzt schnellstens eine transparente Diskussion ins Leben gerufen werden.“

❱❱ Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die ASH-Schüler eine Petition auf change.org ins Leben gerufen: http://chng.it/VWNKwX6M

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