So soll es die Stadtteilschule Lurup ab kommenden Sommer aussehen. grafik: Behnisch Architekten

Ch. v. Savigny, Lurup

Der Elternrat der Stadtteilschule (STS) Lurup hat seine Kritik am geplanten Wohnungbau auf der Fläche des Jonny-Arfert-Sportplatzes des SV Lurup (Flurstraße) erneuert: „Aus unserer Sicht wäre das verrückt“, sagt Sven Berger, Elternratsmitglied und Vorsitzender des schulischen Fördervereins. „Die Schule ist bereits sechszügig, die Schülerzahl liegt inzwischen bei über 1.000. Das Gelände sollte daher für einen eventuellen Erweiterungsbau freigehalten werden.“

In einer schriftlichen Stellungnahme kritisiert der Elternrat auch eine mögliche Ausgliederung der Oberstufe: „Sollte dieser Schritt vollzogen werden, ist das Konzept der Stadtteilschule mit den Jahrgängen fünf bis 13 aus Sicht der Elternschaft als gescheitert zu erklären“, heißt es dort. Der Gedanke der Integration aller Altersstufen sei in dieser Form nicht umsetzbar.

Hintergrund der Kritik ist ein Satz im aktuellen Schulentwicklungsplan: „Sollte sich aus dieser Entwicklung ein zusätzlicher Bedarf für die Sekundarstufe II ergeben, kann dieser im Umfeld realisiert werden“ – so kann man es auf Seite 32 des Behördenschreibens nachlesen. Auf die Frage des Elbe Wochenblatts, wie konkret diese Planung sei, antwortete die Schulbehörde vergangene Woche nicht.

Neubau wird ein Jahr später als geplant eröffnet

Auf dem Grundstück zwischen Flurstraße und Luruper Hauptstraße entsteht derzeit ein neues Schulgebäude mit rund 14.000 Quadratmetern Grundfläche. Der gut zwölf Meter hohe Neubau verfügt über drei Stockwerke mit 36 Klassenzimmern. Eine fast durchgehend gläserne Fassade sorgt für viel Helligkeit im Inneren – auch das Foyer mit der Freitreppe in der Mitte wird durch ein Oberlicht von Tageslicht beschienen. Die Flure zwischen den Fachräumen sind so unterteilt, dass sie bei Bedarf von Lerngruppen genutzt werden können. Umlaufende Balkone sorgen im Notfall für Fluchtmöglichkeiten. Der Neubau soll auch zwei Sporthallen und eine Mehrzweckhalle bekommen.

Ursprünglich sollte das neue Gebäude bereits im Sommer 2019 eingeweiht werden. „Grund für die Verzögerungen sind Störungen im Bauablauf, welche unter anderem durch Firmeninsolvenzen verursacht wurden, die dadurch Folgearbeiten behindert hatten“, sagt Claas Ricker, Pressesprecher der Finanzbehörde, die in Hamburg für den Schulbau zuständig ist. Mit der Schule sei aktuell ein „Übergabetermin im Sommer 2020“ abgestimmt. Ungeachtet der Kritik des Elternrats hält die Behörde an den Planungen fest, ein rund 2.800 Quadratmeter großes Teilgrundstück für den Wohnungsbau zu reservieren – damit soll offenbar der Schulneubau mitfinanziert werden. „An der Sachlage hat sich nichts geändert“, so Rickert.

Aktuell ist die STS mit den Standorten Altonaer Volkspark (Klassen fünf und sechs), Veermoor (Klassen sieben bis zehn) und Luruper Hauptstraße (Klassen elf bis 13) – noch – dreigeteilt. Der Oberstufenbau wird derzeit saniert. Die Baukosten belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro.

 

Stadtteilzentrum: Das Vorbild kommt aus Skandinavien: Im nordöstlichen Abschnitt des Gebäudes wird mit der „CommunitySchool“ ein Stadtteilzentrum für Menschen aller Altersgruppen gebaut. Auf 350 Quadratmetern entstehen ein Stadtteilcafé, zwei multifunktionelle Seminarräume und mehrere Büros, die für jedermann nutzbar sein sollen. Die „CommunitySchool“ hat einen eigenen Eingang, ist aber auch über die STS zugänglich.

Ziel ist es, die Zukunfts- und Bildungschancen von Schülern und deren Eltern zu verbessern. Das Bezirksamt Altona spricht von einer „neuen Qualität der Verzahnung von Schule, Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Gemeinwesensarbeit.“ Die Trägerschaft für die „Community School“ ist kürzlich dem Lichtwark Forum (im Stadtteilhaus Lurup) anvertraut worden. „Die Community School ist schon eine ganz besondere Einrichtung“, sagt Sabine Tengeler vom Lichtwark Forum. cvs

 

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