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Binnendelta Elbe

Das knapp 100 Hektar große Naturschutzgebiet Heuckenlock liegt am Nordufer der Süderelbe hinter den Deichen in Moorwerder, die Wilhelmsburg vor der ständigen Überschwemmung schützen. Hier führt der Fluss einen Arm, der nur bei Flut wasserdurchtränkt ist. Bei Ebbe hingegen sind allenfalls Prielen zu sehen. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich die Besonderheit des Naturschutzgebiets, das eines der letzten Tideauenwälder Europas führt.

Die Vegetation richtet sich hier nach den Gezeiten (Tiden) am Flussarm. In diesem Biotop finden rund 700 Tierarten und 500 Pflanzenarten ihren Lebensraum. Ein weiteres Happening ist die Bunthäuser Spitze mit einem malerischen restaurierten Leuchtturm, dem „Leuchtfeuer Bundhaus“. An dieser Stelle vereinen sich Süderelbe und Norderelbe wieder, die vorher über verschiedene Flussläufe getrennte Wege gegangen waren, und bilden ein Binnendelta. An den Deichbuden ist Infomaterial ausgestellt, um sich mit den Geheimnissen des Biotops vertraut zu machen.

Schutz für die Tiere hat absolute Priorität

Damit die Tiere Schutz finden und die Vögel beim Brüten nicht gestört werden, ist dieser Lebensraum nur über einen etwa zwei Kilometer langen Rundweg einsehbar. Da Tiere keine Grenzen kennen, kommen Wanderer in Bezug auf eine abwechslungsreiche Fauna aber immer auf ihre Kosten. Benannt ist das Reservat nach der Familie Heucken, deren Vorfahren hier einst vom Fischfang, Gemüse- und Obstanbau lebten, bis diese Oase vollständig der Natur zurückgegeben wurde.

Vegetation zwischen Süßwasserwatt und Urwald

Das Wattenmeer an der Nordsee ist legendär, aber auch das Süßwasserwatt im Naturreservat Heuckenlock hat seine Reize. Die Vegetation ist urwaldähnlich, was durch das Konzept des Naturreservats unterstützt wird. Stürzen Bäume zu Boden, werden sie allenfalls von den Wegen geräumt, bleiben den Tieren aber als Totholz enthalten. Besonders für Insekten, Käfer, Pilze und Moosfarne stellen umgestürzte Bäume eine nährstoffreiche ökologische Nische dar, in der sie sich entfalten können.

Markante Dächer des Reservats bilden riesige Flatterulmen, die mit 50 Metern majestätisch in die Höhe ragen. Die älteste dieser Flatterulmen wurde 450 Jahre alt und stürzte durch den Sturm Xaver um, bietet aber auch nach ihrem Fall den Tieren Nahrung und Schutz. Besucher des Naturschutzgebiets schätzen die frische Luft mit ihren gesunden Duftnoten und die Vielfalt von Sümpfen, Farnlandschaften, Reet, Wäldern, Sträuchern, Feuchtwiesen und wilden Blumen. Die Pflanzenwelt führt Exoten wie die Schachbrettblume, den Beinwell, das Scharbockskraut, den Weißdom, den Blutweiderich, den Schierlingswasserfenchel, die Wiebelschmiele und die Grannensegge.

Eine Heimat für die Vogelwelt

Das Heuckenlock ist das artenreichste Vogelschutzgebiet im gesamten Hamburger Raum mit einem Vogelspektrum vom Zaunkönig bis zum Seeadler. Die durch die ausgeprägten Tide hervorgerufenen Bedingungen bevorzugen vor allem Baum- und Schilfbrüter, während die Bodenbrüter durch die ständigen Überschwemmungen eher abgeschreckt werden.

Größere Vögel sind neben Seeadlern unter anderem Turmfalken, Wanderfalken, Fischadler, Rohrweihe, Störche, Kormorane, Waldohreulen, Bussarde und Habichte. Am Wasser leben zahlreiche Arten von Enten, Gänsen, Sägern, Blässhühner und Schnepfenvögel. Kleinere Piepmatze sind Amseln, Pirole, Finken und Zeisige mit ihren Unterarten. Eine akustische Bereicherung stellen überdies die vielen Spechte, Nachtigallen und Krähen dar, die sich hier sichtlich wohlfühlen. Auch jenseits der Vogelwelt finden die Tiere im Naturschutzgebiet Heuckenlock beste Bedingungen vor, sodass den Vögeln gelegentlich Fuchs, Hase, Igel und Reh Gesellschaft leisten.

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