Die GWA St. Pauli (Foto: Kölibri am Hein-Köllisch-Platz) wird in diesem Jahr erstmalig mit 10.000 Euro unterstützt. Foto: cvs

Auch im nächsten Jahr unterstützt die Bezirksversammlung Mitte wieder zahlreiche kulturelle und stadtteilbezogene Projekte aus Mitteln des sogenannten Quartiersfonds. Mit der gemeinnützigen „Mamalies GmbH“, dem St. Pauli Archiv, der GWA St. Pauli und dem Verein Leethub kommen diesmal vier davon aus St. Pauli – die letzten drei Einrichtungen erhalten die projektbezogene und für ein Jahr gültige Förderung sogar erstmalig.

Trotz Antrag nicht berücksichtigt wurden Kiz e. V. (Schilleroper), der Verein „First Contact“, dessen Angebot sich an junge Migranten wendet, Fab Lab St. Pauli (Selbsthilfe- und Mitmachwerkstatt), der Verein Hajusom („Zentrum für transnationale Künste“) sowie „Miteinander Ankern e. V.“, ein weiteres Integrationsprojekt. Einige Projekte agieren hamburgweit und in mehreren Stadtteilen (siehe Infotext). Die Fördersumme für ganz Hamburg liegt bei 1,5 Millionen Euro, die sich der Bezirk (eine Million Euro) und die Finanzbehörde (500.000 Euro) teilen.

Erstmalig hatte die frisch formierte SPD/CDU/FDP-Koalition über die Verteilung der Gelder abgestimmt – und sich damit den Ärger der ebenfalls neuen Opposition eingehandelt. „Warum wer begünstigt wird und wer nicht, wurde nicht begründet“, sagt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Manuel Muja. „Die neue Koalition hält diese Transparenz im Verfahren und eine breite demokratische Unterstützung offensichtlich nicht für nötig. Vier Stunden vor der Sitzung des Hauptausschusses wurde eine Tischvorlage eingereicht – ohne Erklärung und Absprache mit der Opposition.“ SPD-Fraktionschef Tobias Piekatz gibt zu Bedenken, dass man insgesamt relativ wenig Zeit zur Verfügung gehabt habe. „Das waren nur zwei bis drei Wochen von der Projektvorstellung bis zum Entscheid“, so Piekatz. Dennoch sei das Ganze zufriedenstellend verlaufen: „Genau so wie in den Vorjahren“, so Piekatz. Die Zahl der Anträge nehme von Jahr zu Jahr zu. „Mit dem Quartiersfonds können wir lediglich Starthilfe geben – das ist kein Ersatz für eine Regelförderung“, gibt der SPDler zu Bedenken.

Der Quartiersfonds ist die größte Summe, die die Bezirksversammlung politisch beschließen kann. Als weitere Fördermöglichkeit kommen etwa die „bezirklichen Sondermittel“ in Betracht, allerdings ist hier keine Übernahme der Personalkosten möglich.

Geförderte Projekte:

Alle Stadtteile:
– Stadtteilbeiräte (insgesamt zehn Gremien im Bezirk): 150.000 Euro
– Kids & Welcome e. V. (Arbeit mit geflüchteten Kindern): 20.000 Euro
St. Pauli:
– Mamalies gGmbH (Bildung für Frauen / Sportprojekt): 30.000 Euro
– leethub e. V. (u. a. Exis-tenzgründung für Geflüchtete): 20.000 Euro
– St. Pauli Archiv (Stadtteilarchiv und Geschichtswerkstatt): knapp 9.000 Euro
– GWA St. Pauli (Beratung und Begleitung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien): 10.000 Euro

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