Das geplante Gesundheitszentrum im Fischbeker Heidbrook. Foto: IBA Hamburg

Im geplanten Gesundheitszentrum ist noch viel Platz

Andreas Göhring, Süderelbe.
Der Fischbeker Heidbrook hat eigentlich alles, was ein Neubauquartier am Stadtrand attraktiv machen kann: ein Naturschutzgebiet gleich nebenan, ein Nahversorgungszentrum mit CarSharing-Station für Elektroautos, Bus-Anschluss, Spielplätze und Sportanlagen. Und in zwei Jahren soll auch ein eigenes Ärztezentrum fertig sein. Doch genau da hakt es momentan.
Nur 200 Meter entfernt vom ehemaligen Torhaus der Röttiger-Kaserne soll ein Gesundheitszentrum entstehen, in dem rund 700 Quadratmeter für Arztpraxen eingeplant worden sind. Unter anderem wollen Zahnarzt und eine Physiotherapeut einziehen. Doch ein Kinder- und Allgemeinmediziner hat bisher nicht angebissen. Apotheker haben sich ebenfalls noch nicht für den Standort erwärmen können.
Die IBA Hamburg GmbH, Projektentwickler des Fischbeker Heidbrooks, hat schon versucht, Mediziner mit Baugrundstücken zu locken. „Wir haben alles vesucht“, sagte Projektkoordinatorin Philippa Dorow. „Aber offenbar wollen die gar nicht in der Nähe ihrer Praxis wohnen.“
Fakt ist, dass im geplanten Gesundheitszentrum nur rund 70 Prozent der Flächen vergeben sind. Da helfe auch die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung nichts, die sich auf Bitten des Bezirks nicht nur an der tatsächlichen Bevölkerungszahl, sondern auch an dem erwarteten Zuwachs orientiert ist. „Bisher ist das hier eine Fehlbedarfsplanung“, sagte Robert Ernst Wegner, Leiter des Harburger Gesundheitsamts.
Dass die Niederlassung von Ärzten auch aus ganz anderen Gründen scheitern kann, zeigt ein Beispiel aus dem Neubauquartier Vogelkamp am Bahnhof Neugraben. Dort wollte ein Augenarzt in einem Mehrfamilienhaus eine Praxis eröffnen. Dieser Plan scheiterte jedoch am Widerstand der Nachbarn. Die hätten sich gegen eine Praxis ausgesprochen, weil die zu viel Unruhe bringe. Philippa Dorow: „Wir hätten dagegen Klagen können, doch das Risiko war uns zu hoch.“
Nun wird ein anderer Standort für die Augenarztpraxis gesucht. „Zum Glück ist der Arzt bisher noch nicht abgesprungen und möchte in der Gegend bleiben“, sagt Claudia Loss (SPD).

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