Sabine Braun und Francis Kenzler finden es wichtig, dass sie für die kleinen Gäste immer zu sehen sind, damit keiner Angst vorm Teufel haben muss. Foto: WW

Wolfgang Wittenburg, Moorburg.
Seit 26 Jahren gibt es in Moorburg eine fahrbare Puppenbühne: „Die Sterntaler“ sind auf Märchen spezialisiert. Auch ihre Entstehung fabelhaft: Sozialpädagogin Sabine Braun (57) und Ehemann Francis Kenzler (64) stiegen als Autodidakten in das Metier ein.
Im Sommer 1993 wurde die damalige Erzieherin Sabine Braun gebeten, für ein Straßenfest etwas Unterhaltsames für Kinder anzubieten. Sie beschaffte Holzfiguren, zwei Schreibtischlampen als Scheinwerfer, und führte das irische Märchen „Die drei Böckchen“ auf. Die Vorführung kam so gut an, dass Sabine Braun bis heute leidenschaftlich gern Puppentheater macht. Als Verstärkung wurde Ehemann Francis Kenzler – Tischler mit eigener Werkstatt in Moorburg – hinter die in einem Pkw transportable Kleinstbühne geholt. 35 Märchen umfasst das Repertoire inzwischen. Aktuell wird für Kindergarten- und Grundschulkinder „Dornröschen“ aufgeführt.
Alles ist klein und sehr fein an dieser Bühne: Sie ist mit Tüchern behängt, ein ausgedienter Käsedrehteller bildet das Fundament des Turms, in dem Dornröschen schläft. Kreativität und Handwerk werden beim Moorburger Künstlerpaar groß geschrieben. Sie spielen auch für Jugendliche und Erwachsene: Zum Beispiel das Grimmsche Märchen „Vom Gevatter Tod“ zum Thema Sterben. Damit sind „Die Sterntaler“ auch schon im Hospiz aufgetreten. Jede 30-minütige Marionetten-Aufführung beginnt mit einem 15-minütigen Vorstück, einem international bekannten Märchen. Besonders ist, dass nach der Aufführung jeder Gast hinter die Bühne schauen darf. Alle Fragen dürfen gestellt werden, auch Marionetten und Bühnenbild dürfen angefasst werden.
„Vieles haben wir bei der Beobachtung vom Spiel der Kinder gelernt“, erklärt Francis Kenzler. „Neben dem Spiel mit unseren selbstgemachten Drei-Faden-Marionetten haben wir ein buntes Transparentbild-Spiel entwickelt. Das ist einfach und durchschaubar, und doch regt es unser Publikum zum Selbermachen und Spielen an“, meint Sabine Braun. Beiden ist wichtig: „Wir spielen ohne Mikrofon, Verstärker und CD-Player. Alles an unserem Spiel ist live, auch Geige, Flöte, Gitarre.“

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