Anschlussstelle an der Otto-Brenner-Straße: Hier verläuft die A26 Ost unter der Erde. Foto: BWVI/DEGES

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. Auch Wilhelmsburg bekommt einen Autobahndeckel. Die A26 Ost wird zwischen Finkenriek und der A1 in einem rund 1,5 Kilometer langen Tunnel verlegt. Diesen „Trog mit Deckel“ lässt sich der Hamburger Senat 62,7 Millionen Euro kosten.
„Wir haben Wort gehalten“, kommentierte Staatsrat Andreas Rieckhof. Damit setzt die Verkehrsbehörde eine Kernforderung aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren um. Ursprünglich hatten die Planer nur einen 360 Meter langen Tunnel vorgesehen.
Nach Einschätzung der Verkehrsbehörde werden durch diese komplette Überdeckelung der Autobahn Anwohner in Kirchdorf-Süd vor Autobahnlärm geschützt. Auch weil zusätzlich der Lärmschutz entlang der alten A1 im Osten der Elbinsel wirkungsvoll verbessert werden soll.
Um die Mehrkosten des verlängerten Wilhelmsburger Deckels teilweise aufzufangen, sollen auf einer rund 16 Hektar großen Fläche über und neben dem Tunnel teilweise Wohnungen gebaut werden.

Wir haben Wort gehalten
Andreas Rieckhof,
Staatsrat

Die A26 in Hamburg schließt an das im Bau befindliche Teilstück der A26 in Niedersachsen an, führt über die A7 Richtung Osten über die Süderelbe und Hohe Schaar zur A1. Das Bauvorhaben ist in mehrere Abschnitte unterteilt: den Abschnitt A 26 West und die drei Abschnitte der A 26 Ost. Im Bereich A26 West werden die Bauarbeiten im zweiten Quartal 2020 starten. In den drei Abschnitten der A26 Ost gibt es noch kein Baurecht.
Im ersten Abschnitt (Moorburg bis zur Süderelbe) wird der Planfeststellungsbeschluss in 2020 erwartet. Für den mittleren Abschnitt (Brücke über die
Süderelbe bis Hohe Schaar) soll die Planfeststellung noch in diesem Jahr beantragt werden.
Für den östlichen Abschnitt (Hohe Schaar, Wilhelmsburger Deckel bis Stillhorn) wurde die Planung abgeschlossen und dem Bund zur Genehmigung vorgelegt.

A26 Ost
Die gut neun Kilometer lange und mindestens rund 1,3 Milliarden Euro teure Strecke soll eine Verbindung zwischen A1 und A7 schaffen. „Wir brauchen eine Entlastung für die Hafenverkehre und für die großräumigen Verkehre von Ost nach West“, begründet Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof. „Die A26 bündelt die Verkehre in Hamburgs Süden und ist entscheidend für die Entlastung der Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg“, argumentiert die Verkehrsbehörde. Dadurch werde insbesondere die B73 entlastet.
Das „Bündnis Verkehrswende Hamburg“, der Verkehrsclub Deutschland und der Nabu lehnen die auch als Hafenquerspange bezeichnete Autobahn vehement ab. Auch in Wilhelmsburg wird über die Notwendigkeit einer A26 Ost sehr kontrovers diskutiert.

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