Zum Waldfest, das die Waldretter Anfang September veranstalteten, kamen rund 800 Besucher. Foto: pr
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Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg.
Die Initiative „Waldretter Wilhelmsburg“ möchte mit Hilfe eines Bürgerbegehrens die Abholzung des Waldes am Ernst-August-Kanal und damit das geplante Spreehafenviertel verhindern. Am Donnerstag, 21. November, findet ab 18 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, die Auftaktveranstaltung „Der wilde Wald bleibt“ statt. Damit das Begehren erfolgreich ist, müssen die Waldretter 6.000 Unterschriften von Wahlberechtigten aus dem gesamten Bezirk Mitte sammeln.

Was ist im Spreehafenviertel geplant? Das Spreehafenviertel umfasst einen 20 Hektar großen dreieckigen Bereich zwischen Reiherstiegviertel, Ernst-August-Kanal und dem Spreehafen. Zwei Drittel des Geländes bestehen aus unterschiedlichen Grünflächen, davon sind rund zehn Hektar Wald. Rund 1.000 Wohnungen sollen hier gebaut werden.

Was wollten die Bürger? Hauptforderungen im Bürgerbeteiligungsverfahren waren: Die Bebauung an vorhandene Strukturen des Bestandsgrüns anpassen, die Natur schützen, die Ursprünglichkeit bewahren, bezahlbaren Wohnraum schaffen, flächensparend bauen. Bei der Vorstellung der drei Entwürfe stimmten die Bürger für den Entwurf des Berliner Büros Cobe, der dreimal so viel Grün bewahrt wie in den Wettbewerbsbedingungen gefordert und sogar den Bau von 1.400 Wohnungen für möglich hält.
Doch die Jury wählte den „Biwermau-Entwurf“ aus, der vorsieht, dass der Wald größtenteils abgeholzt werden muss.

Kann dieser massive Eingriff in die Natur vor Ort ausgeglichen werden? Nein. Die von der Behörde ermittelte Ausgleichsfläche müsste 6,48 Hektar groß sein. „Entsprechende Ausgleichsflächen innerhalb des Stadtgebiets können nach aktuellem Stand nicht in Aussicht gestellt werden“, heißt es in einer Behördenmitteilung. Die Wirtschaftsbehörde schlägt statt dessen eine Ausgleichsfläche in Horneburg (Niedersachsen) vor. Ob dies nach dem Waldgesetz zulässig ist, sei, so die Behörde, „zu prüfen.“

Wie steht die Politik dem Bürgerbegehren der Waldretter gegenüber? Johannes Kahrs, Chef der SPD Hamburg-Mitte, äußerte sich nicht. Sonja Lattwesen (Grüne): „Wir teilen die Sorgen der Waldretter in Hinblick auf den drohenden Verlust an Stadtnatur und sehen das Problem des Ausgleichs außerhalb Hamburgs…
Die von uns präferierte Lösung ist die eines dauerhaft gesicherten Erhalts eines Teils des Waldes.“

IBA lädt zum Projektdialog
Was genau soll im Wilhelmsburger Rathausviertel, im Elbinselquartier und im Spreehafenviertel entstehen? Wie weit sind die Planungen? Darüber informiert die IBA Hamburg am Mittwoch, 27. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20. Zum Ablauf: Nach einleitenden Grußworten von IBA-Geschäftsführerin Karen Pein und Bezirksamtsleiter Falko Droßmann wird der verantwortliche IBA-Projektkoordinator den aktuellen Planungsstand vorstellen. Zudem berichtet ein Vertreter der Schulbehörde über den Schulstandort Elbinselquartier. Darauf folgt einen Fragerunde im Plenum. Anschließend können sich interessierte Bürger an verschiedenen Quartierstischen informieren und weitere Fragen stellen.

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