Man sieht es: Crossminton hat einen hohen Fitnessfaktor. Rechts wartet Adrian Lutz (SC Nienstedten) auf den Return. Foto: Nikolaus Urban

Von Jens Beeskow. Für Fans von rasantem und technisch anspruchsvollem Sport gibt es seit Kurzem im Hamburger Westen ein neues Angebot. Der SC Nienstedten hat jetzt eine Crossminton-Abteilung. Bis vor wenigen Jahren war der Sport noch als Speedminton bekannt und verbindet Elemente von Tennis, Badminton und Squash.

Erfunden hat die Sportart der Berliner Bill Brandes im Jahr 2001, weil er Badminton auch draußen und ohne Netz spielen wollte. Dafür entwickelte er einen kleineren und etwas schwereren Ball, den er Speeder nannte.

Adrian Lutz (32), der die Abteilung beim SC Nienstedten mit gegründet hat und eines von bislang erst fünf Mitgliedern ist, hat den Sport im Rahmen seines Studiums in Münster kennengelernt. Als er zurück nach Hamburg kam, schloss er sich nicht etwa dem schon bestehenden Verein Elbspeeders an, sondern integrierte die Sportart in seinem Verein, wo er bereits Tennis und Fußball spielte. „Das Faszinierende ist die Einfachheit und die Intensität des Spiels“, beschreibt Adrian Lutz. „Man kann Crossminton drinnen und draußen spielen, auf Schnee, Sand, auf der Straße oder auf Kunstrasen. Und mich hat die hohe Frequenz von Schlägen bis zum Punkt fasziniert. Das ist schon anders als etwa beim Tennis und hat durchaus einen hohen Fitnessfaktor.“

Auch, dass es bei diesem Sport noch nicht um Geld gehe, mache den Charme aus. „Wo man hinkommt, entsteht schnell eine Community-Atmosphäre. Man trifft sich auf Turnieren, und es ist immer ein tolles Beisammensein“, so Lutz. „Es wird nicht ganz so verbissen gespielt, und – das kann ich nicht verhehlen – man kann in diesem Sport noch mal was erreichen. Es ist eine tolle Motivation, an Welt- und Europameisterschaften teilnehmen zu können und in der Weltrangliste aufzutauchen.“

Denn obwohl die Abteilung beim SCN noch so klein und frisch ist, spielen dort bereits zwei internationale Medaillengewinner. Neben Lutz, der etwa 2017 in Warschau WM-Bronze im Doppel und 2019 in Budapest ebenfalls Bronze im Mixed gewinnen konnte, ist Sönke Kaatz der Topspieler im Verein. Der 27-Jährige wird im World Ranking derzeit auf Rang elf geführt und war unter anderem Vize-Europameister im Einzel 2016 im französischen Brest und 2017 in Warschau Weltmeister im Doppel.

Zudem spielen die Nienstedtener in der Crossminton Bundesliga-Staffel Nord gegen Teams aus Berlin, Wolfsburg und Hamburg. Das nächste Spiel in Hamburg ist übrigens am 1. Dezember in Wilhelmsburg (Stübenhofer Weg 20), für alle, die sich mal selbst ein Bild machen möchten.

Ansonsten: Trainiert widr sonntags zwischen 14 Uhr und 17 Uhr in der Halle der Grundschule Groß Flottbek, Osdorfer Weg 24. „Wir fangen mit dem SCN gerade erst an“, weiß Adrian Lutz. „Aber wir wollen versuchen, Leute zu animieren, diese Sportart mal auszuprobieren und sich anstecken zu lassen. Wer gern Sport mit Schlägern macht, sollte sich Crossminton mal anschauen.“

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