Verkaufsstände für Kleidung und andere Non-Food-Artikel am Stübenplatz bringen dem Bezirk zwar Einnahmen. „Allerdings geht der Charakter des Marktes ein Stück weit verloren“, sagt Thaddäus Zoltkowski (SPD). Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg.
Gäbe es nur die beiden Wochenmärkte auf der Elbinsel, dann bräuchte sich das Bezirksamt Mitte kaum Sorgen um seine Einnahmen zu machen: Mit einem „Kostendeckungsgrad“ von 81 Prozent (Berta-Kröger-Platz) und 150 Prozent (Stübenplatz) liegt der Stadtteil insgesamt gut bis sehr gut im Rennen. Andere Märkte wie etwa in Rothenburgsort (27 Prozent Kostendeckung) schneiden da weitaus schlechter ab.
Hintergrund: Die neun Wochenmärkte im Bezirk Mitte sind insgesamt ein Zuschussgeschäft für den Bezirk. Ab 2020 sollen, wie berichtet, die Standbetreiber vermutlich tiefer ins Portemonnaie greifen: Die Standmiete soll um 50 Cent pro laufendem Meter steigen. Beim Berta-Kröger-Platz liegen die Kosten aktuell zwischen 3,20 bis 4,90 Euro pro Standmeter, beim Stübenplatz zwischen 3.20 und 3,90.
„Die Wilhelmsburger Märkte sind recht beliebt, ich kann dort keinen Besucher- oder Anbieterrückgang feststellen“, sagt Ali Kazanci, Anwohner und SPD-Bezirksfraktionsmitglied. „Der Markt auf dem Stübenplatz übt darüber hinaus eine große Anziehungskraft auch auf Nicht-Wilhelmsburger aus – das höre ich immer wieder.“
Jeden Mittwoch und Sonnabend zwischen 7 und 13 Uhr öffnet der „Stübi“-Wochenmarkt (31 bis 41 Stände) seine Pforten. Die Marktzeiten für den Berta-Kröger-Platz verteilen sich auf Dienstag (9 bis 13 Uhr, 22 Stände) und Freitag (12.30 bis 18 Uhr, 31 Stände). Von Obst und Gemüse bis Fisch und Fleisch kann man sich hier mit allen möglichen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs eindecken.
Dennoch, sagt Kazanci, gebe dies keinen Anlass, die Füße hochzulegen. „Wir müssen auch über die Zukunft nachdenken. Zum Beispiel finde ich, dass Wochenmärkte allgemein zu schlecht vermarktet werden.“ Seit Neues-tem fungiert der SPD-Politiker auch als Sprecher des kürzlich gegründeten Ausschusses für Wochenmärkte. Mit dem Ziel, die örtlichen Märkte zu stärken, hatte die Bezirkspolitik dieses Gremium ins Leben gerufen.
Die letzte Gebührenerhöhung hatte es 2002 gegeben. In einzelnen Fällen, etwa in Finkenwerder, war zwischenzeitlich sogar die Streichung von einzelnen Markttagen im Gespräch – diese Idee scheint nun vom Tisch zu sein. Amtssprecherin Sarah Kolland: „Wir halten an allen Standorten fest und stehen weiter hinter dem Anspruch der solidarischen Kos-tendeckung zwischen allen Märkten.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here