Mitte der 1950er-Jahre erwarb Rolf Bleuß dieses Relief, das vermutlich den vermögenden Kaufmann und Juristen Georg Friedrich Baur (1768-1865) in jungen Jahren zeigt. Foto: RS/Stahlpress

Von Reinhard Schwarz. Er ist ganz schön schwer, der alte Herr. Und gut 200 Jahre alt. Gemeint ist ein in Stein gearbeitetes Relief, das vermutlich das Porträt von Georg Friedrich Baur (1768-1865) zeigt. Baur, Kaufmann, Jurist und Millionär sowie unter dänischer Herrschaft zum Etats- und Konferenzrat ernannt, gab einem Teil der Palmaille mit ihren klassizistischen Bauten ihr Aussehen, weil er eine ganze Reihe von Grundstücken auf der „besseren“ Elbseite kaufte und bebauen ließ.

Die Häuser blieben vom Bombenkrieg weitgehend verschont, ebenso von der Abrisswut der Nachkriegsjahre. Seit Mitte der 1950er Jahren befindet sich das Baur-Relief im Besitz von Rolf Bleuß (86). Der in Altona geborene Pensionär hatte das gute Stück in Ottensen gekauft. „Ich hatte das Relief bei einem Trödler nahe dem Spritzenplatz gesehen und fand das hübsch und interessant, das hatte irgendwie Seltenheitswert.“

An den Preis kann sich der Stellinger nicht mehr genau erinnern: „Irgendwas zwischen 30 und 50 Mark.“ Wie das Relief, das möglicherweise aus einer Mauer gebrochen wurde, zu dem Trödler gekommen war, lässt sich nach rund 60 Jahren nicht mehr klären. Nachdem Bleuß den Artikel über die Geschichte der Palmaille im Elbe Wochenblatt gelesen hatte, wandte er sich an die Redaktion. In einem Buch über die Elbchaussee hatte er den prominenten Altonaer erkannt.

Baur verfügte aber auch in den Elbvororten über erheblichen Grundbesitz samt Häuser. Nach ihm wurde der gleichnamige Park sowie der Baurs Weg benannt. Übrigens: Die Baurstraße in Bahrenfeld, Groß Flottbek und Othmarschen erinnert an den einstigen Zweiten Bürgermeister Altonas, Johann Daniel Baur (1766-1832), einen Bruder Georg Friedrich Baurs.

„Das Relief von Baur stand die ganzen Jahre in meiner Datsche in Holstein“, so Bleuß. Doch nun will er das Porträt verkaufen. „Meine Tochter hat sich an das Altonaer Museum gewandt, doch die wollten bloß 20 Euro dafür bezahlen.“ Das war ihm zu wenig, äußert Bleuß sein Unverständnis. „Dafür gebe ich das nicht her.“ Nun hofft der Stellinger auf weitere Gebote.

 

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