Daniela Paukert, Sophia Striecks und Hanne Binkau erwarten den Angriff der Berlinerinnen. Foto: VTH/Lehmann

Von Waldemar Düse, Süderelbe. Die Zeit in der Bundesliga zwischen 2001 und 2016 ist eine langsam verblassende Erinnerung. Zwei Jahre Zweite Bundesliga, im Nachhinein betrachtet eine Episode. Aber ein jahrelanger Niedergang kann auch befreiend sein. Ob das auf die Volleyballerinnen des VT Hamburg zutreffen wird, ist aber fraglicher denn je.
Derzeit ziert das einstige Vorzeigeteam Nordwestdeutschlands – und damit soll es mit nostalgischen Rückblenden auch sein Bewenden haben – das Tabellenende der Dritten Liga Nord. Trübsal wird um die CU-Arena herum dennoch nicht geblasen.
„Wir mussten einen komplett neuen Kader aufbauen. Aber wir sind sehr froh, dass wir wieder eine leistungsbereite und trainingswillige Mannschaft haben“, betont VTH-Pressesprecher Stephan Lehmann. „Und eine extrem junge.“ Nur die vom SC Alstertal-Langenhorn gekommene Hanne Binkau verfügt über Drittliga-Erfahrung. Kaum verwunderlich, dass sie in allen bisher gespielten Partien zur besten Spielerin des VTH gekürt worden ist.
Wenn auch alle Trainer und Spielerinnen aus der großen Zeit gegangen sind, geblieben sind die finanziellen Sorgen. „Neugraben ist weit. Nicht nur für neue Spielerinnen, sondern auch für Sponsoren“, übt sich Lehmann in Galgenhumor. An der grundsätzlichen Problemstellung hat sich seit dem Ausstieg des Hauptsponsors Aurubis AG nichts geändert: Ein Nachfolger, der sechsstellig unterstützen würde, ist weiterhin nicht in Sicht.
Deswegen setzen die Verantwortlichen um das neue Trainerteam Gerd Grün und André Thurm auf das vor zwei Jahren gegründete Nachwuchsleistungszentrum. „Darüber sollen Bindungen entstehen und irgendwann die Möglichkeit geschaffen werden, wieder nach oben zu kommen“, so Lehmann.
Aber das sind die nächsten Schritte, zunächst muss der erste gemacht werden. „Unser Konzept für dieses Spieljahr ist nicht der Aufstieg, sondern der Klassenerhalt. Uns war klar, dass es eine extrem schwierige Saison werden wird. Und dafür werden wir alles tun, was uns in dieser Situation möglich ist.“
Gegen Vorjahresmeister RPB Berlin II kassierte das VTH-Team vor 182 Zuschauern eine deutliche 0:3-Niederlage (18:25; 12:25; 7:25).

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