Im AWO-Treff „sträkeln“ alle gemeinsam. Foto: pr

Sechs Hamburgerinnen helfen anderen als Wooligans

Maren Langenbach, Hamburg-West

Kann man mit einer Leidenschaft für Handarbeiten tatsächlich nachhaltig etwas für Menschen ohne Dach über dem Kopf tun? „Man kann“, sagen Anne Röder, Rosi Strelow, Johanna Kälbert, Meike Bernhard, Sarah McHardy und Katrin Puls. Unter dem Namen „Wooligans“ haben sich die sechs Hamburgerinnen zusammengefunden, um Mützen, Beinstulpen, Handschuhe oder Schals für obdachlose Menschen zu stricken und zu häkeln. „Sträkeln“, wie sie es nennen.

Gegründet im Herbst 2017 von Sarah McHardy haben sich die Wooligans zum Ziel gesetzt, zumindest ein Stück weit die Menschen, die auf der Straße leben, warm zu halten und sogar, wenn möglich, vor dem Erfrieren zu retten. „Obdachlose sind Menschen wie du und ich, die vielleicht im Leben ein wenig mehr Pech hatten als andere“, betont Sarah McHardy. „Wir müssen ihnen auf Augenhöhe begegnen, dass heißt aber auch, dass wir unsere Hilfe nicht aufdrängen.“ Die 41-Jährige sieht jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit in der Innenstadt Menschen, die auf der Straße leben. „Manchmal setze ich mich dazu, und wir plaudern ein wenig. Einmal erzählte mir ein junger Mann, dass er Handschuhe schon gut brauchen könnte, gegen die Kälte – da entstand dann langsam unsere Idee.“

Wolle, Garn sowie fertig gestrickte Teile bekommt die Initiative aus Spenden. Die Verteilung überlassen sie den Profis, Vereinen, Initiativen und ehrenamtlichen Helfern, die sich um Obdachlose kümmern. Die Bergedorfer Engel, das Arztmobil Hamburg, das Johanniter Gesundheitsmobil, der Hamburger Gabenzaun oder das mobile Team vom Café mit Herz sind nur einige der vielen Kooperationspartner, mit denen die Wooligans zusammenarbeiten.

Einmal im Monat: Stricken für die gute Sache

Doch bei den Wooligans stricken die Gründerinnen nicht nur für sich allein. Neben dem Einsatz für Obdachlose und Bedürftige haben die Freundinnen sich ein zweites Ziel gesetzt: Einmal im Monat treffen sich Wooligans und Strickliebhaber, um gemeinsam für die gute Sache zu sträkeln.

„Unser Ziel ist es, Menschen jeden Alters, Geschlechts und Herkunft zusammen zu bringen, und so miteinander zu verbinden. Für manchen bedeuten unsere Treffen auch einen Nachmittag raus aus der Einsamkeit“, so Sarah McHardy, die sich seit ihrer Jugend für Obdachlose einsetzt. „Nicht das perfekte Wollteil sondern der gemeinsame Spaß steht dabei im Vordergrund. Am Ende findet jede fertige Masche ihren Träger.“

❱❱ Das nächste Treffen findet am Sonntag, 17. November, 16 Uhr, im AWO-Treff Louise Schroeder, Gefionstraße 3, statt. Stricknadeln nach Möglichkeit mitbringen, Vorkenntnisse sind erwünscht, jedoch nicht unbedingt erforderlich. Weitere Infos unter www.wooligans.net oder unter Tel. 46 99 97 04.

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