Im Innenhof dieses Wohnblocks sollen weitere fünfgeschossige Wohnhäuser entstehen. Foto: CVS

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld.
Hier der ruhige Innenhof inmitten eines Wohnblocks mit rund 500 Anwohnern, dort der Investor, der hier gerne zusätzliche Wohnhäuser errichten möchte: Im Fall der geplanten Bebauung der etwa 7.000 Quadratmeter großen Innenhoffläche zwischen Stresemann-, Ruhr-, Leverkusen- und Schützenstraße (das Wochenblatt berichtete) hat jetzt der Bezirk Altona die Weichen für einen baldigen Start der Bauarbeiten gestellt.
Laut Beschluss der Bezirksversammlung soll der überarbeitete Bebauungsplan „Bahrenfeld 68“ noch im Dezember für vier Wochen im Altonaer Rathaus ausgelegt werden. In diesem Zeitraum kann man letztmalig Einwände gegen das Projekt vorbringen – anschließend sind nur noch Klagen möglich.
Gegen die drohende Innenhofbebauung kämpft seit knapp sechs Jahren die Anwohnerinitiative „Bahrio 68“ – und dies auch weiterhin, obwohl sich die Aussichten keineswegs verbessern. „Eine Farce“ nennt Ini-Mitglied Hanna Rohmeyer das Vorgehen von Politik und Verwaltung. Die Initiative fühlt sich übergangen, ausgebremst, betrogen. Ein ums andere Mal habe man Vereinbarungen getroffen – die kurz danach schon wieder hinfällig gewesen seien. „Im Zweifelsfall wird der Inves-tor bevorzugt“, sagt Rohmeyer.
In dem umstrittenen Innenhof sollen innerhalb der nächs-ten Jahre drei fünfgeschossige Wohnblocks mit insgesamt 95 Wohnungen entstehen, außerdem eine Tiefgarage mit 66 Stellplätzen. „Die Wohnsituation der Anwohner verschlechtert sich nicht in dem Maße wie behauptet“, sagt Gesche Boehlich, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Altona. „Es entsteht sogar mehr Grünfläche als vorher.“ Sven Hielscher (CDU), der vor den Bezirkversammlungswahlen im Mai noch auf der Seite der Initiative stand, stimmte ebenfalls für den neuen B-Plan. „Eine Nulllösung kommt nicht in Frage, dafür ist das Grundstück zu wertvoll“, so Hielscher. Die Anwohner hätten sich nicht kompromissbereit gezeigt. „Sie lehnen eine Bebauung total ab“, so Hielscher. Letzteres ist zumindest zweifelhaft, denn die Anwohner hatten sich seit jeher für eine „maßvolle Nachverdichtung“ eingesetzt. Die angebliche Zunahme von Grünflächen hält die Initiative aber für „Augenwischerei“.
Einzig die Sozialdemokraten stimmten gegen das Vorhaben. „Das Wohnungsbauprogramm der SPD für Hamburg ist wichtig und muss vorangetrieben werden“, sagt SPD-Sprecher Gregor Werner, „Aber mit Augenmaß! An dieser Stelle sollten drei Geschosse plus Staffel das Ende der Fahnenstange der Verdichtung sein.“

1 KOMMENTAR

  1. Es sollte bei der ganzen Sache nicht vergessen werden zu erwähnen, das „die Grünen“ als Primus der Bezirksversammlung gemeinsam mit der CDU diesen Bebauungsplan beschlossen haben. Auch die Grünen waren vor kurzem noch auf der Seiten der Initative und für eine deutlich geringere Bebauung (max. 3 + Staffel) des Hinterhofes. So kann es kommen…

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