Simone Pribbenow, Eva Kowalski-Stasiak, Nicole Kosian, Christina Röder, Jörg Helm, Jan Prahm und Peter Dierking (v.l.) vom „ForumFähreFinkenwerder“ am Anleger Benittstraße . Foto: wit

Hadag Fähren: Bei Dreier-Besatzungen könnten
jeweils 400 statt 250 Fahrgäste befördert werden

Wolfgang Wittenburg, Finkenwerder.
Wer aus dem Hamburger Süden in die Innenstadt möchte, hat es nicht leicht. Autofahrer werden durch zeitraubende Staus auf A7 und B73 genervt, S-Bahn-Fahrer durch überfüllte Züge, Ausfälle – wahlweise wegen Weichenstörung oder Feuer im Tunnel, und Verspätungen. Kein Wunder, dass immer mehr Pendler die Fähren zwischen Finkenwerder und Landungsbrücken als Alternative entdecken. Doch der Anleger Benittstraße ist selbst überfüllt – obwohl es laut Betreiber Hadag tagsüber in der Hauptverkehrszeit pro Stunde mindestens vier Fahrten im 15-Minuten-Takt gibt.
Trotzdem kommt es auf den Fährlinien 62 und 64 zu Engpässen. Der Anleger Benittstraße ist regelmäßig überfüllt, im Winter ist der Boden hier oft rutschig! „Ich arbeite in der Hafencity und stehe jeden Tag vor der Frage ‘Fahre ich mit dem Auto und bin in 25 Minuten im Büro, oder nehme ich die Fähre, mit der ich über eine Stunde brauche?’“, sagt Eva Kowalski-Stasiak (60), Mitglied der Initiative „ForumFähreFinkenwerder“. „Oft ist es mir passiert, dass morgens eine Fähre ausgefallen ist und dann brauche ich noch länger. Der Fährverkehr ist mir zu unzuverlässig. Da muss dringend nachgebessert werden.“

Der Fährverkehr ist mir zu unzuverlässig. Da muss
dringend
nachgebessert
werden
Eva Kowalski-Stasiak,
Initiative ForumFähreFinkenwerder

Und die Angestellte schimpft weiter: „Am Nachmittag ist die Situation häufig noch schwieriger. Besonders bei schönem Wetter muss ich damit rechnen, dass mindestens eine Fähre wegen Überfüllung keine Passagiere mehr aufnimmt. Mein Kollege, der in Lüneburg wohnt, ist häufig schneller zu Hause.“
Das Problem: Weil lediglich ein Schiffsführer an Bord ist, dürfen die Fähren dürfen pro Tour aktuell nur jeweils 250 Fahrgäste mitnehmen. Sollen 380 oder 400 Fahrgäste befördert werden, ist eine Dreier-Besatzung erforderlich. „Ein grundsätzlicher Personalaufbau, so dass man immer mit Dreier-Besatzung fahren würde, wäre verhältnismäßig kostspielig. Das Personal wird nicht das ganze Jahr benötigt. In den meisten Fällen reicht eine Kapazität von 250 Fahrgästen aus“, sagt Hadag-Vorstand Tobias Haack.
Laut Hadag laufen derzeit Gespräche mit Behörden und Politik darüber, wie der Fährverkehr in den nächsten Jahren ausgebaut werden könnte. Mit weniger Passagieren ist eher nicht zu rechnen. Die geplante Fahrrad-Schnellstrecke von Stade nach Hamburg mit Abzweigung nach Finkenwerder endet direkt am Fähranleger.

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