Hans Schneiders Parzelle im KGV Süderelbe. Foto: grundke
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Kleingärtner befürchtet, dass bei heftigen Wind zwei Pappeln auf seine Laube krachen – Bezirk sieht keinen Handlungsbedarf

Sebastian Grundke, Wilhelmsburg.
Hans Schneider hat Angst. Angst um seine Gartenlaube im Kleingartenverein Süderelbe, die er seit 1981 besitzt. Der 79-Jährige befürchtet, dass bei einem heftigen Wind Bäume auf seine Laube fallen könnten. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte ein herabstürzender Ast ein großes Loch ins Dach gerissen. Menschen wurden nicht verletzt, der Schaden ist längst repariert.
Nur um die schiefen Pappeln hat sich niemand gekümmert. Es wurden gar keine Bäume und Sträucher zwischen den Lauben und der nahen Bahntrasse gefällt oder gestutzt. „Bei einem Ortstermin vor zwei Jahren hatten Mitarbeiter der Stadt einige Bäume markiert“, erinnert sich Schneider. „Mehr ist seitdem nicht geschehen.“
Warum? „Man hat mir damals gesagt, dass die Gartenausstellung so viel gekostet hat, dass für die Pflege des Grüns hier momentan kein Geld zur Verfügung steht“, sagt der Wilhelmsburger.
Einige Laubenpieper würden die erforderlichen Pflegearbeiten inzwischen sogar aus eigener Tasche bezahlen – obwohl der Bezirk zuständig sei. Allerdings sollen sich der Bezirk und die Bahn über die Zuständigkeit nicht einig gewesen sein.
Schneider hat auch lange Zeit darauf verzichtet, den maroden Zaun hinter seiner Parzelle zu erneuern. „Die (Verwaltung, d.Red.) haben mir gesagt, dass ich das vorerst nicht machen soll. Ich hab mir gedacht, dass für das Fällen der Bäume großes Gerät gebraucht wird und mein Zaun im Weg wäre.“ Nach mehreren erfolglosen Anfragen und zwei Jahren Wartezeit riss dem Kleingärtner nun der Geduldsfaden. Jetzt steht ein neuer Zaun vor seiner Laube. „Weil ich nicht mehr daran glaube, dass da tatsächlich noch etwas passiert.“
Was sagt das Bezirksamt den Vorwürfen? „Auf unserem Flurstück werden alle Bäume jährlich kontrolliert. Zur Zeit sind keine Pflegemaßnahmen erforderlich“, lautet die dürre Auskunft.

KGV Süderelbe
Der Wilhelmsburger Kleingartenverein Süderelbe, König-Georg-Deich, umfasst heute rund 80 Parzellen. Wegen der Verlegung der Reichsstraße mussten insgesamt 71 Parzellen geräumt werden.

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