Rama Alsmaeil zeigt, wie die Decke und die Wände in der Küche nach dem Wasserschaden aussehen. Foto: sl

Schwere Mängel in der Wohnung von Familie Alsmaeil –
und das seit acht Wochen

Sabine Langner, Harburg. Suaad Alsmaeil ist unglücklich. Ende 2015 floh die heute 47-Jährige mit ihrem Mann und vier Kindern aus Syrien nach Deutschland. Nach einem Jahr in einer Flüchtlingsunterkunft ergatterte die sechsköpfige Familie eine vier-Zimmer-Wohnung in der Bremer Straße. Eigentlich ein Glücksfall. Doch seit zwei Monaten hat sich der Glücksfall in einen Alptraum verwandelt.
Mitte August gab es in der Wohnung über Familie Alsmaeil einen Wasserschaden. Die Folge: In ihrer Küche fielen die Tapeten von der Zimmerdecke herunter. Bis auf zwei Steckdosen haben alle anderen Steckdosen in der Küche ihren Geist aufgegeben. Der Herd ist kaputt. In der Wohnung schimmelt es.
Als die Familie einen kleinen transportablen Herd mit zwei Kochplatten kaufte, ging auch der sofort kaputt. „Das hier ist schon viel besser als im Flüchtlingsheim“, sagt Suaad Alsmaeil, „wir würden sehr gern hier in der Gegend und auch in dem Haus bleiben, weil es hier schön ist, aber so können wir nicht leben. Und der Vermieter sagt: ‚Das machen wir irgendwann‘.“
So stimme das allerdings nicht, sagt eine Mitarbeiterin der Vermietungsfirma Kürner Immobilien. „Wir haben sofort eine Sanierungsfirma beauftragt, die Leckage zu finden und zu beheben.“ Allerdings sei es momentan extrem schwierig, Handwerker zu finden, so die Mitarbeiterin weiter.
Und ohne Angebot der Handwerker für die Renovierung der Wohnung könne man keine Zusage der Versicherung bekommen, dass der Schaden übernommen wird. Bei Kürner Immobilien sei man aber ganz zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen alle Schäden behoben sein würden.
„So geht es nicht“, sagt Siegmund Chychla, Geschäftsführer des Mietervereins zu Hamburg. „Ganz egal, wer den Wasserschaden verursacht hat: Die Schäden zu beheben, ist Sache des Vermieters und zwar umgehend. Jeder Tag, der verstreicht, führt dazu, dass der Vermieter sich schadensersatzpflichtig macht.“
Da zurzeit noch das Jobcenter die Miete bezahlt, empfiehlt Chychla der Familie, das Jobcenter zu informieren. „Dort bekommt die Familie eine Bescheinigung, dass sie kostenlos bei uns Mitglied werden kann. Ab da übernehmen wir alles, und die Familie muss sich nicht mehr kümmern“, so Siegmund Chychla weiter.

1 KOMMENTAR

  1. Das finde ich Toll!!
    Einer der häufigsten Ursachen für Schimmelbildung sind Temperaturunterschiede von mehr als 5°Kelvin von Raumluft zur Wandoberfläche, wodurch sich Feuchtigkeit, also Kondenswasser niederschlagen kann. Wie auch bereits beschrieben, sollte sich das immer von einem Fachunternehmen angeschaut werden. Mehr Informationen unter: https://die-shl.de/schimmel/

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