Kimi Mickelun (l.) und Josh Seemann vor dem Smartboard, das die Website der Klimaprojekte der Ida-Ehre-Schule zeigt. Foto: mg

M. Greulich, Eimsbüttel

Als Klimaforscher Mojib Latif die Ida-Ehre-Schule (IES) besuchte, hatte Kimi Mickelun die Windpocken. „So was passiert“, sagt der Zwölfjährige. Auch sein Freund Sam Freudenfeld war an diesem Abend im April krank. „Aber ich war da“, sagt Josh Seemann, der dritte im Bunde, der bei Greenpeace ein „Green Team“ bildet und sich für Klimaschutz engagiert.

Die drei Siebtklässler gehen auf eine „Klimaschule“, wie sich die IES seit diesem Jahr nennen darf. Das Ziel ist, bis 2030 eine CO2 neutrale Schule zu werden. Momentan laufen Gespräche mit Schulbau Hamburg, die für das Gebäude zuständig sind, um eine neue Heizung einzubauen. Das würde die Emissionen um 80 Prozent senken. Die restlichen 20 Prozent will die IES ausgleichen, in dem sie für 50.000 Euro ein Grundstück außerhalb Hamburgs kauft und dort einen Wald pflanzt. Klimaforscher Latif spendete im April den ersten Euro für den Ida Ehre Klimawald, inzwischen sind es schon über 10.000 Euro von vielen Einzelspendern. Wenn nach den nächsten Sommerferien ein neues Schuljahr beginnt, reicht es hoffentlich, um das ein Hektar große Land kaufen zu können.

Sam, Josh und Kimi waren im vergangenen Jahr im Klimakurs, der mitgeholfen hat, das Klimawald-Projekt anzuschieben. Rund 20 Mitglieder hat ihre Klima-AG. Regelmäßig demonstrieren sie bei Fridays for Future. „Von zehn Leuten die streiken, sind sechs Mädchen und vier Jungs“, sagt Kimi. Mit seinen Verwandten redet er häufig über die Klimakrise. „Viele aus meiner Familie waren bei Vattenfall. Die betreiben das Kohlekraftwerk Moorburg. Jetzt sind alle bei erneuerbaren Stromanbietern“, so Kimi. Als er kürzlich mit einer Hadag-Fähre am Anleger beim Altonaer Fischmarkt hielt, stand das Wasser der Elbe so hoch wie die Brücke. „Das veränderte Klima hat jetzt schon enorme Auswirkungen“, sagt er.

Dass Greta Thunberg nicht in ein Flugzeug steigt, um aus den USA zurück nach Schweden zu fliegen, haben er und seine Freunde verfolgt. „Kann ich komplett verstehen“, sagt Sam. Josh ergänzt: „In unserer Familie fahren wir nur Fahrrad oder mit dem HVV.“
Momentan motivieren die Klimaschützer, online für den Klimawald beim Nachbarschaftspreis „Hamburg Airport bewegt“ unter www.hamburg-airport-bewegt.de abzustimmen. Das Voting läuft noch bis Sonntag, 3. November.

❱❱ Wer spenden möchte, findet alle Informationen unter
www.ieklimaschule.de

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