Ein sechs Meter langes Rohrleitungspaar wird in die Baugrube hinabgelassen. Foto: cvs
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Ch. v. Savigny, Hamburg-West

Man könnte sie auch als die Lebensadern des Hamburger Westens bezeichnen: Vergangene Woche haben Arbeiter die letzten Versorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation unterhalb der A7 am Bahrenfelder Marktplatz verlegt.

Das Besondere: Erstmals wurden die unterschiedlichen Leitungsstränge in sogenannten Dükern zusammengefasst. Dabei handelt es sich um Betonrohre mit 110 Metern Länge und 1,40 Meter Durchmesser, die die Autobahn an insgesamt fünf Stellen – zwischen Behringstraße und Kielkamp – unterqueren. Die dafür nötigen Tunnel wurden innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre per Schildvortriebsverfahren fertiggestellt. Als sechste Röhre diente ein altes Regenwassersiel an der Behringstraße, das nach einer Ertüchtigung nun ebenfalls Platz für Versorgungsleitungen bietet.

Koordiniert werden die etwa 30 Millionen teuren Bauarbeiten von Hamburg Wasser. „Wir stehen hier jeden Tag vor logistischen und ingenieurstechnischen Herausforderungen, die nicht im Lehrbuch stehen“, sagt Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser. So habe man im Grunde keine Ahnung gehabt, was einen unterhalb der Autobahn erwarte. „Aber toi toi toi, es ist alles gutgegangen“, so Hannemann. „Die Maschine ist nicht steckengeblieben, und wir haben die A7 auch nicht zum Einsturz gebracht.“

Der Grund für die aufwendige Maßnahme ist der Bau des Autobahndeckels Altona, der im nächsten Jahr beginnen soll. Üblicherweise werden Versorgungskabel für Strom und Wasser unterhalb von Brücken angebracht – allerdings müssen die Altonaer Brücken Behringstraße, Osdorfer Weg, Bahrenfelder Chaussee und Kielkamp innerhalb der nächsten Jahre dem Deckelbau weichen. Um die Verkehrseinschränkungen, die Kosten und die Bauzeit auf ein Minimum zu begrenzen, habe man sich daher für diese Lösung entschieden. „Die Zusammenarbeit aller Leitungsträger unter der Führung von Hamburg Wasser zeigt, das solche Herausforderungen nur gelingen können, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Christian Merl, Baustellenkoordinator der Verkehrsbehörde (BWVI).

Insgesamt wurden und werden 15 Kilometer Kabel und Rohre verlegt, davon 850 Meter für Trinkwasser, 300 Meter für Abwasser, 220 Meter für Gas, 7.750 Meter für Strom und 5.600 Meter für Datenübertragung. Beteiligt sind zehn Versorgungs- und Telekommunikationsfirmen.

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