Mit dem Album in der Hand: Hans Pendzinski in seinem Wohnzimmer. Foto: mg

M. Greulich, Eidelstedt

Als in der Nachbarschaft ein neuer Bahnhof gebaut wurde war sein Ehrgeiz geweckt. Hans Pendzinski begann alles zu fotografieren, was da auf der Baustelle vor seiner Haustür passierte. „Wir hatten die Ramme vor der Tür. Es zischte jedes Mal und gab einen lauten Wumms“, kann er sich erinnern und macht dem Besucher in seinem Wohnzimmer das laute Zischen der Ramme vor.
Die Fotos und Zeitungsausschnitte hat der 84-Jährige in einem Fotoalbum chronologisch angeordnet. Man sieht den alten Bahnhof, an dessen Bahnübergängen sich die Autos zu stauen pflegten. Der Bund und die Stadt beschlossen, 66,5 Millionen Euro auszugeben, um die Schienen im Eidelstedter Zentrum tiefer zu legen, damit kein Bahnübergang mehr störte.

Im Jahr 2004 endet das Album, ein Sprecher der AKN wird in einem Zeitungsausschnitt zitiert, die Station habe nun „Weltstadtflair“. 15 Jahre später gehört der Bahnhof schon lange zu den Eidelstedter Sehenswürdigkeiten, auch wenn oberhalb der Schienen der Straßenverkehr immer weiter zugenommen hat. Die Pendzinskis haben allerdings kein Auto, häufig fährt das Eidelstedter Ehepaar mit der AKN in die Stadt. Von Lärm vor ihrer Haustür können sie nicht mehr berichten. „Die Züge haben mittlerweile eine gedämpfte Radaufhängung und fahren ruhig durch“, so der ehemalige Maschinenschlosser.

Seit 1957 lebt Hans Pendzinski in Eidelstedt, doch sein Akzent klingt alles andere als hamburgisch, eher wie ein leichtes Singsang, denn er ist in Schlesien und Sachsen aufgewachsen. Pendzinski holt das Familienalbum aus dem Schrank, darin ein Foto, das einen jungen Mann mit einer Entenschwanztolle auf einem roten Motorrad am Eidelstedter Platz zeigt.
„Wir sind meinsam mit den Nachbarn alt geworden“, sagt er. Das Zusammenleben im Mehrfamilenhaus im Wullenweberstieg sei harmonisch. Sein einmaliges Fotoalbum über den Bau der AKN-Station würde er gerne dem Eidelstedter Heimatmuseum zur Verfügung stellen. „Da ist es besser aufgehoben“, findet Hans Pendzinski.

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