Auf die Steine kommt es bei der neuen Technologie an, macht der Slogan „Welcome to thr New Stone Age“ - Willkommen in der neuen Steinzeit - Besuchern klar. Foto: ww

Von Wolfgang Wittenburg, Süderelbe.
Ein großes Problem der Energiewende ist die Speicherung von überschüssiger Wind- und Sonnenenergie für Zeiten, in denen es davon weniger gibt. Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende könnte aus Süderelbe kommen: „Future Energy Solution“ (deutsch in etwa „Zukunftsenergielösung“, Anm. d. Red.) heißt die Anlage, die die Lösung für viele Speicherprobleme sein könnte.
Laut Professor Gerhard Schmitz (64), Leiter des Instituts für Technische Thermodynamik an der Technischen Universität Hamburg in Harburg, ist den Wissenschaftlern nicht weniger als eine Weltpremiere gelungen – und die steht seit sechs Monaten an der Straße Vollhöfner Weiden. Dort hat die Firma Siemens Gamesa einen neuartigen elektrothermischen Energiespeicher in Betrieb genommen, zunächst einmal als Versuchsanlage.
Auf der Wand des unscheinbaren Betonklotzes ist der Slogan zu lesen: „Willkommen in der neuen Steinzeit!“ Warum das? Steine spielen bei der neuen Technik eine zentrale Rolle: 600 Grad heiße Luft erhitzt die Steine, überträgt so die Energie auf sie. Die Steine sind in möglichst gut isolierten Behältern untergrbracht, „dann bleibt die Temperatur relativ lange erhalten“, erklärt Institutsleiter Schmitz. „Die Versuchsanlage ist in dieser Größe einzigartig und daher für die Erforschung der Speichertechnologie sehr wichtig, da hier Berechnungsmethoden mittels Messungen überprüft werden können“, ergänzt Michael von der Heyde (33), der seit fünf Jahren als Doktorand an der TUHH ist und über dieses Thema seine Doktorarbeit schreibt.
Woran arbeitet er Tag für Tag? „Am Institut für Technische Thermodynamik werden Berechnungsmethoden zur Beantwortung zahlreicher Fragen rund um den Speicher entwickelt.“
Seit 2016 läuft das Projekt „Future Energy Solution“. Für die Anlage musste auch die Computersoftware von den Wissenschaftlern selbst entwickelt werden. Drei Unternehmungen arbeiten hier zusammen: Siemens baut, die TUHH forscht an den Grundlagen und Hamburg Energie betreibt die Anlage. Die neue Versuchsanlage kann 130 Megawattstunden bis zu einer Woche speichern. Das Ziel liegt jedoch im Gigawattstundenbereich, denn eine Gigawattstunde entspricht dem täglichen Stromverbrauch von rund 50.000 Haushalten. Und: Je größer die Anlage, desto billiger wird’s.

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