Auf einer Versammlung im Landhaus Jägerhof haben Anwohner ihrem Ärger über die Sperrung des Ehestorfer Heuwegs freien Lauf gelassen. Foto: Kreller

O. Zimmermann, Süderelbe

Der Ehestorfer Heuweg bleibt auf unbestimmte Zeit voll gesperrt. Außerdem wird die B73 in Höhe Waltershofer Straße wegen Bauarbeiten für ein Jahr auf zwei Fahrspuren eingeengt. Ein Verkehrschaos scheint unausweichlich. Kein Wunder, dass sich die Stimmung unter den Anwohnern am Ehestorfer Heuweg dem Siedepunkt nähert. Der geballte Zorn richtet sich gegen die Hamburger Verkehrsplaner. „Unfähig“ ist noch eines der freundlicheren Worte, die auf einer Protestaktion fallen.

Der von Verkehrsexperten ausgeklügelte Plan für die Sanierung des Ehestorfer Heuwegs wurde durch den Einbruch eines Stollens des ehemaligen Bergwerks Robertshall über den Haufen geworfen. Bevor die vollständige Sperrung am Ehestorfer Heuweg aufgehoben werden kann, sind umfangreiche Bodenuntersuchungen erforderlich. Untersuchungen, die im Vorfeld offenbar nicht in ausreichendem Umfang stattgefunden haben.

Vier Wochen nach dem „Tagesbruch“, wie der Stolleneinbruch genannt wird, steht noch nicht einmal fest, wer dafür zuständig ist, dass von dem ehemaligen Bergwerk keine Gefahr ausgeht. „Der Betreiber hat bei Einstellung des Betriebes dafür zu sorgen, dass von dem Bergwerk keine Gefahr mehr ausgeht. Im Falle des Bergwerks Robertshall ist jedoch kein aktueller Betreiber/ Rechtsnachfolger bekannt“, teilt Björn Völlmar vom niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit.
Wer muss die Stollen regelmäßig überprüfen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen? Björn Völlmar (LBEG): „Für Hamburg müssen Sie bitte auf Hamburger Seite nachfragen.“ Mehrfache Nachfragen bei der Hamburger Verkehrsbehörde blieben unbeantwortet.

Das LBEG plant, in den nächsten drei Wochen eine Infoveranstaltung für die Anwohner, ein genauer Termin steht noch nicht fest. Gedacht ist die Veranstaltung nur für Anwohner aus Niedersachsen. Für die Hamburger Anwohner sehen die Hamburger Behörden bislang (Stand: 12. Oktober) offenbar keinen Informationsbedarf.

Einzig erfreuliche Nachricht: Die Norddeutsche Oelleitung von Wilhelmshaven nach Harburg verläuft etwa 400 Meter östlich des Grubenbaus des Bergwerks Robertshall. „Sie befindet sich damit außerhalb eines möglichen Gefahrenbereichs“, teilt LBEG-Sprecher Völlmar mit.

Geduldsprobe für Autofahrer

W. Wittenburg, Süderelbe

Die Belastungen für den Autoverkehr in Süderelbe gehen weiter: Seit April ist die Durchfahrt des Moorburger Elbdeichs nicht möglich, seit August ist auch der Ehestorfer Heuweg unpassierbar – und ab Montag, 21. Oktober, stellt eine weitere Baustelle in Hausbruch Autofahrer auf eine Geduldsprobe: Umfangreiche Sanierungsarbeiten im Kreuzungsbereich Waltershofer Straße/Cuxhavener Straße (B 73).

Was passiert ab wann? „Ab dem 21. Oktober wird bis zum 22. Dezember die Fahrbahn der Cuxhavener Straße – von der Waltershofer Straße bis zur Hausnummer 128 – Lidl-Markt – je Richtung von zwei auf eine Spur verengt“, so Sandra K. Stolle, Sprecherin des Bezirksamts Harburg. Nach der Winterpause – ohne Einschränkungen des Verkehrs – werden ab März 2020 die Leitungs- und Straßenbauarbeiten auf der Strecke Cuxhavener Straße und im Knoten Waltershofer Straße fortgesetzt. „Für den Umbau des Knotens wird die Waltershofer Straße ab dem 27. April bis zum 19. Juli 2020 voll gesperrt.“ Während der Vollsperrung der Waltershofer Straße erfolgt eine Umleitung sowohl über die Neuwiedenthaler Straße oder den Fürstenmoordamm als auch über die Autobahnanschlussstelle Heimfeld.
Warum sind die Arbeiten an diesem Verkehrsknotenpunkt, den täglich circa 30.000 bis 40.000 Fahrzeuge passieren, erforderlich? Laut Bezirksamt umfasst die Umgestaltung den Ausbau der Radwege auf beiden Fahrbahnseiten. Hinzu kommen beispielsweise der Ausbau der Bushaltestellen, teilweise auch der Vollausbau der gesamten Fahrbahn, sowie die Umgestaltung der Gehwege und Parkplätze. Parallel dazu werden unter anderem die Trinkwasserversorgung und Telekommunikationsnetze saniert.
Wer zahlt? Die Kosten der Baumaßnahme betragen rund 3,7 Millionen Euro und werden in Gänze aus Bundesmitteln finanziert.
Welche Auswirkungen haben die Arbeiten? Die Grundstückszufahrten sollen so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Erforderliche Sperrungen werden wenigstens drei Tage vor der Ausführung durch die Straßenbaufirma bei den Betroffenen angekündigt. Die Gesamtmaßnahme soll im Herbst 2020 abgeschlossen sein.

Ausbau der A7
Von 2020 bis 2026 wird die Autobahn 7 südlich des Elbtunnels achtstreifige ausgebaut. Dafür müssen abwechselnd einzelne Rampen der zukünftigen Anschlussstelle Hausbruch gesperrt werden. Um den Verkehr bestmöglich abwickeln zu können, muss der Knoten Waltershofer Straße/ Cuxhavener Straße zuvor umgebaut werden.

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