Als Gretas Hamburger Partnerklasse ist die 5d ein Teil des Ocean Challenge-Projekts. Foto: Stadtteilschule Stellingen

ALICIA HAGEMANN, STELLINGEN

Eine ganz besondere Unterrichtsstunde erlebten die Schüler der 5d der Stadtteilschule Stellingen: Live per Videoschalte an Bord der „Malizia II“, des Segelboots, mit dem Boris Herrmann die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg nach New York brachte. Im Rahmen der Ocean Challenge, ­ eines Meeresschutzprojekts, konnte die Hamburger Partnerklasse den Profisegler live auf dem Atlantik sehen, samt Sonnenaufgang über dem Meer. Greta selbst schlief noch.

Nicht sofort klappte die Verbindung an Bord. Als die Stimme des Profiseglers schließlich ertönte, antworteten die Kinder fröhlich mit ,,Hallo“. Zwar war Greta nicht live dabei, beantwortete die selbst erstellten Fragen der Schüler aber per E-Mail. Von Fragen, wie ,,Hast du schon Delfine gesehen?“ bis hin zu ,, Wie gehst du mit dem Hass aus den Medien um?“ war alles dabei. Die Übersetzung übernahmen die Klassenlehrer Lydia Lach und Ole Natusch.

Die Klimakrise betrifft
die Kinder unmittelbar

Das Ocean Challenge-Projekt begleitet die Schüler im Gesellschaftsunterricht, wo sie etwas über die Lebensbedingungen des Landes lernen, an dem das Boot gerade vorbeisegelt. Auch andere Fächer lassen sich mit der Challenge verknüpfen: „Lernen macht mehr Spaß, wenn die Schüler wissen wofür sie lernen“, sagt Klassenlehrer Ole Natusch. ,,Entscheidend ist die Nahwelt“, ergänzt Schulleiter Bernd Mader. Dies spiegle sich in der Bereitschaft der Schüler wider, sich anzustrengen.
Segler Boris Herrmann gründete das Projekt zusammen mit Pierre Casiraghi und seiner Freundin Birte Lorenzen, einer Lehrerin. Während der Segelfahrten mit der Malizia II misst ein Sensor am Bord den Kohlendioxid- und Salzgehalt und unterstützt so Klimaforscher weltweit. Lorenzen initiierte die Bildungsarbeit an Schulen.

Die Stadtteilschule Stellingen fördert bereits seit Jahren Umweltprojekte wie die Ocean Challenge und sensibilisiert die Schüler für den Klimaschutz. Die Umweltthemen entstanden nicht erst durch Greta, aber ,,geändert hat sich, dass jetzt alle Ohren offen sind. Inzwischen erreicht man alle Leute“, so Natusch. Der Klassenlehrer sagt, die Klimakrise betreffe die Kinder unmittelbar, sie spielen eine Rolle darin und diese würden sie auch ausfüllen. Durch die Kinder übertrage sich das Bewusstsein in einige Elternhäuser: ,,Es ist wie ein Stein, den man ins Wasser wirft. Ring nach Ring breiten sich die Schwingungen aus“, so Mader.

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