André Trepoll (CDU) tritt im Wahlkreis Süderelbe an. / Foto: Tobias Koch

Aussichtsreiche Kandidaten aus den Wahlkreisen 16 (Harburg) und 17 (Süderelbe)

Andreas Göhring, Hamburg-Süd.
Am 23. Februar 2020 entscheiden rund 110.000 Wahlberechtigte, welche Abgeordnete den Bezirk Harburg in der nächsten Hamburgischen Bürgerschaft vertreten. Doch schon jetzt haben die Parteien intern bei der Vergabe der Listenplätze wichtige Vorentscheidungen getroffen – mit einigen überraschenden Ergebnissen.
Eines zeichnet sich zudem jetzt schon ab: Nach den Erfolgen der Grünen bei der Bezirkswahl im Mai müssen sich SPD und CDU warm anziehen. Ob die Roten in den Wahlkreisen 16 (Harburg) und Süderelbe (17) wieder jeweils zwei Direktmandate und die Schwarzen je eines holen? Das wird schwer! Viel wahrscheinlicher scheint zurzeit, dass die Grünen den Roten jeweils ein Mandat abnehmen.
Sören Schumacher galt bei der SPD im Wahlkreis 16 als gesetzt. Tatsächlich wurde er mit großer Mehrheit auf Platz eins nominiert. Für den zweiten Platz kandidierte wie schon vor vier Jahren Birte Gutzki-Heitmann, und sie rechnete sich als amtierende Bürgerschaftsabgeordnete auch gute Chancen aus. Doch die Möbeltischlerin war nach Ansicht der Genossen im Wahlkreis zu wenig präsent, ein paar Fotos mit SPD-Bürgerschafts-Fraktions
chef Dirk Kienschierf als Arbeitsnachweis reichten kaum. So verlor sie deutlich gegen die Kriminologin Oksan Karakus.
Im Wahlkreis 17, der bis in die Stadtteile Heimfeld, Eißendorf und sogar noch Marmstorf hineinragt, stellen sich die bisherigen SPD-Wahlkreisabgeordneten Matthias Czech und Jasmin Janzen zur Wahl. Czech musste sich gegen die Bezirksabgeordnete Beate Pohlmann durchsetzen, auf die der mitgliederstarke Distrikt Neugraben-Fischbek gesetzt hatte.

2004
war
mit Manuel
Sarrazin zuletzt ein Harburger Grüner in die Bürgerschaft
gewählt worden. Britta Hermann und Gudrun Schittek wollen es ihm nun
nachmachen.

 

Bei der CDU dürften nur die zwei Spitzenkandidaten Birgit Stöver (WK16) und André Trepoll (WK17) reelle Chancen haben – vorausgesetzt, die CDU rutscht angesichts des auf die beiden Bürgermeister-Kandidaten Tschentscher und Fegebank zugespitzten Wahlkampfs in der Wählergunst nicht noch weiter ab. Im Wahlkreis Harburg kandidiert zudem auf Platz zwei noch Rainer Bliefernicht, der nach eigenen Aussagen zwar „keinerlei Ambitionen“ hat, der insgeheim vielleicht doch darauf hofft, seine hervorragenden persönlichen Stimmergebnisse bei Bezirkswahlen zu wiederholen.
Bleibt die politische Großwetterlage wie sie ist, wäre es schon eine Überraschung, wenn es die beiden Spitzenkandidatinnen der Grünen, Britta Hermann (WK16) und Gudrun Schittek (WK 17), nicht in die Bürgerschaft schaffen. Sie wären die ersten Abgeordneten der Harburger Grünen in der Bürgerschaft seit Manuel Sarrazin (bis 2008).
Die Direktkandidaten von FDP und Linke dürften es in beiden Wahlkreisen kaum schaffen, auch wenn im Wahlkreis Harburg mit Kurt Duwe (FDP) und Sabine Boeddinghaus (Linke) zwei politische Schwergewichte auf Platz eins antreten. Wenn sie auch der neuen Bürgerschaft angehören wollen, müssen sie auf gute Plätze auf der Landesliste hoffen. Dafür sind im Wahlkreis Süderelbe Immo von Eitzen (FDP) und Ulla Taha (Linke) wohl nur wenigen bekannt. Realistisch gesehen wird es bei ihnen wohl nichts mit einem Mandat.
Die AfD rechnet sich keine Chancen bei den Direktmandaten aus, schickt aber Monika Winkler (Platz vier) und Olga Petersen (Platz neun) auf aussichtsreichen Landeslistenplätzen in den Wahlkampf. Den gleichen Weg will auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion, Claudia Loss, gehen. Die SPD Harburg hat sie für einen vorderen Platz auf der Landesliste nominiert.

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