Philipp Obloch ist Trainer des TuS Osdorf Foto: TuS Osdorf
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Mateo Schneide, Osdorf

Es gibt nicht viele Fußball-Oberligisten, die gerne gegen den TuS Osdorf antreten. Hat die Mannschaft einen guten Tag, kann sie mit ihrer Einsatz- und Laufbereitschaft, ihrem giftigen Pressing und Spielern, die regelmäßig im richtigen Moment das gegnerische Tor treffen, den meisten Teams in Hamburgs höchster Spielklasse weh tun.
Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie haben die Osdorfer diese Tugenden beim 4:1 gegen den Tabellenzweiten TSV Sasel wieder einmal auf den Platz gebracht. Gerade rechtzeitig, um unliebsame Diskussionen im Keim zu ersticken.

Man kennt das ja: Ein Denkmal gestürzt und an seine Stelle einen diplomierten Sportwissenschaftler und DFB-A-Lizenztrainer gesetzt, der trefflich über die Feinheiten des Spiels dozieren kann. Wenn die Mannschaft dann nicht gleich die erhofften Schritte geht, wird es nicht für den Gegner ungemütlich, sondern auch für den neuen Trainer.

Der SC Victoria kommt den Osdorfern
gerade recht.

„Trotzdem haben wir und auch das Umfeld uns nicht verrückt machen lassen“, durfte Obloch nach dem auch von ihm nicht unbedingt erwarteten „Dreier“ gegen die Saseler erleichtert feststellen. Erleichtert, weil auch ihm schon Zweifel gekommen waren, ob seine angriffsfreudigere, aktivere und selbst gestaltende Art des Fußballspielens für seinen Kader die richtige sei. So hatte er seiner Mannschaft gegen den Aufsteiger Hamm United „dreckigen“ Fußball verordnet, defensiver und kompakter als gewohnt. Ohne Erfolg.

„Fußball ist manchmal komisch“, musste Obloch nach dem Überraschungserfolg gegen Sasel zugestehen. Gute Auftritte könnten in Niederlagen enden und schlechte in zählbaren Erfolgen. Keine neue, aber eine Erkenntnis, die man aus dem Munde eines Abteilungsleiters eines Sportstatistikunternehmens, das angetreten ist, das Spiel berechenbarer zu machen, nicht unbedingt erwartet.

Der nächste Gegner SC Victoria – eine Mannschaft, die agieren und den Ball haben will – wird Obloch vielleicht gerade recht kommen. Das eröffnet Chancen für die Osdorfer, weh zu tun. Die Gegner danach bis zur ehemaligen Winterpause wollen das nicht unbedingt. Das dürften aller Voraussicht nach die anspruchsvolleren Spiele für die Osdorfer werden. Aber wer weiß: Fußball ist manchmal richtig komisch.

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