Anfang Oktober geht's los: die Wilhelmsburger Jugendlichen zusammen mit Projektleiter Hédi Bouden (hi. re.). Foto: pr

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg.
Am Sonnabend, 5. Oktober, beginnt für 30 Wilhelmsburger Jugendliche eine spannende Reise. Zusammen mit ihrem Lehrer Hédi Bouden, Leiter der Theater-AG am Helmut-Schmidt-Gymnasium (HSG), werden die jungen Leute – allesamt Schüler und Ehemalige des HSG im Alter von 16 bis 20 Jahren – für zwei Wochen nach Israel fliegen, um sich dort mit jüdischen Altersgenossen über Themen wie Rassismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Initiator des Projekts „Was geht mich eure Geschichte an?/Why should I care about your history?“ ist das HSG. „Der Bedarf für eine solche Auseinandersetzung wird von Tag zu Tag größer“, sagt Bouden über den Hintergrund der Reise.
„Auf der einen Seite haben wir den wiederkehrenden Gedanken des Nationalismus und des Rechtspopulismus in Europa, auf der anderen Seite sehen wir uns – zum Beispiel in Syrien und Afghanistan – mit einer Erstarkung von islamischen Ideologien konfrontiert.“
Die Reiseplanung der Wilhelmsburger Jugendlichen sieht wie folgt aus: In der ersten Woche stehen Theaterworkshops in Jerusalem an, außerdem wollen einige Teilnehmer praktische Arbeitserfahrung in der dortigen Holocaust-Gedenkstätte sammeln. In der Folgewoche arbeiten deutsche und israelische Jugendliche an einem gemeinsamen Theaterstück, das anschließend in Tel Aviv aufgeführt wird.
Bereits jetzt sind die Jugendlichen von der Elbinsel – ein Großteil von ihnen haben muslimische Wurzeln – sehr gespannt. „Was ich über das Judentum weiß, ist nur das, was man uns im Unterricht erzählt“, sagt Sirin (17). „Ich möchte nach Israel, weil ich mir mein eigenes Bild machen will!“ Narin (18) ergänzt: „Ziel unseres Projekts ist es, den Menschen dort, aber auch hier in Deutschland zu zeigen, dass ein gemeinsames Miteinander trotz der angespannten Verhältnisse möglich ist.“
Das Antisemitismus-Projekt des HSG wird Anfang nächsten Jahres mit einem Gegenbesuch der israelischen Seite fortgesetzt. Zudem soll es eine Podiumsdis-kussion und ein weiteres Theaterstück zum Thema geben. Finanzielle Unterstützung kommen vom Bezirk Mitte, von der Zeit- und von der Cassens-Stiftung.

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