Diese Aldi-Filiale an der B73 soll bald schließen. Foto: mag
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Aldi wird die Filiale Cuxhavener Straße 66 schließen
und dafür die Filiale Cuxhavener Straße 402 deutlich vergrößern

Andreas Göhring/Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd.
Die Verkehrswende kommt – und eines der ersten Opfer ist die Aldi-Filiale an der Ecke Cuxhavener Straße 66. Das Aus für den vor allem bei Autofahrern beliebten Laden ist beschlossene Sache. Im Gegenzug darf die Einzelhandelskette ihre mehr als vier Kilometer weiter westlich liegende Filiale in der „Cuxe“ Nummer 402 ordentlich vergrößern. Und muss auch gleich noch die benachbarte Brandruine der alten Fischbeker Schule renovieren. Das erfuhr die Harburger AfD-Fraktion.
Ausgeheckt hat diesen Plan das Bezirksamt gemeinsam mit dem Discounter, Unterstützung kommt von SPD und Grünen. Noch bis weit ins 21. Jahrhundert hinein entstand an der B73 gefühlt jedes Jahr ein neuer Discounter. Vor allem für die Autofahrer war das bequem.
Inzwischen denkt man anders, das Bezirksamt bezieht sich auf die GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH, die das „Nahversorgungskonzept 2018“ entwickelt hat. „Solche Discounter an den Hauptverkehrsstraßen ziehen Kaufkraft aus den Stadtteilzentren ab und sorgen für eine Verödung dieser Quartiere“, sagt Frank Richter (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses.
Welche Auswirkungen hat die Schließung der Aldi-Filiale Cuxhavener Straße 66 auf die Versorgungslage der Heimfelder? „Eine bedeutende Funktion für die Nahversorgung des Stadtteils liegt nicht vor“, sagt Bezirksamtssprecher Dennis Imhäuser. „Was im Wesentlichen durch die isolierte Lage an der B73 und die räumliche Distanz zu erklären ist.“
Im 800 Meter-Radius um die Filiale leben nur 1.455 Einwohner – zu wenig für einen größeren Discounter. Daraus folgt: Dieser Aldi Markt ist vorrangig für Autofahrer bedeutsam, nicht für die klassische Nahversorgung für Heimfeld.
Bezirksamtssprecher Imhäuser: „Beim Standort Cuxhavener Straße 66 / Ecke Waltershofer Straße ist lediglich eine
geringfügige Nahversorgungsfunktion für Hausbruch erkennbar.“
Die Siedlung Bostelbek liegt rund 2,5 Kilometer Fahrweg vom Standort des Aldi-Marktes entfernt – und damit außerhalb des Nahversorgungsbereichs. Zum Heimfelder Zentrum ist die Distanz zwar ähnlich, doch sollen die Bostelbeker nach Vorstellung der Planer dieses Zentrum zum Einkaufen nutzen.

Das sagt Aldi Nord
Stellungnahme Dr. Axel vom Schemm (Manager Unternehmenskommunikation
Aldi-Nord): „Wir planen, den Aldi Markt an der Cuxhavener Straße 402 im Zuge der Modernisierung des gesamten Aldi Nord Filialnetzes nach unserem neuen Filialkonzept „ANIKo“ (Aldi Nord Instore Konzept) zu gestalten.
Dafür wollen wir das bestehende Gebäude abreißen und mit einer von derzeit rund 800 auf künftig 1.267 Quadratmeter erweiterten Verkaufsfläche neu bauen. Die Arbeiten beginnen wir, sobald die Baugenehmigung vorliegt.
Zum Zeitplan: Wir werden zunächst die Filiale an der Cuxhavener Straße 402 modernisieren und erst danach den Markt an der Cuxhavener Straße 66 schließen, um unseren Kundinnen und Kunden ohne Unterbrechung als Nahversorger zur Verfügung zu stehen.
Die Mitarbeiter werden wir während der Bauphase in umliegenden Filialen einsetzen, Entlassungen sind nicht geplant.
Es ist korrekt, dass wir die Brandruine der Fischbeker Schule sanieren werden, dort wird ein gemeinsames Ensemble entstehen. Auf der unteren Fläche wird voraussichtlich eine Bäckerei eröffnen, im ersten Obergeschoss ist eine Nutzung mit gemeinnützigem Hintergrund geplant.“

In Heimfeld fehlt ein Supermarkt
Die GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH hat im „Nahversorgungskonzept 2018“ am Beispiel Heimfeld gezeigt, welche Auswirkungen die Discounter an der B73 auf den Stadtteil haben: Von den jährlich rund 50 Millionen Euro, die die insgesamt 21.000 Heimfelder für den täglichen Bedarf ausgeben können, wird nur rund die Hälfte im Stadtteil ausgegeben.
Benötigt Heimfeld einen weiteren Nahversorger? Ja. Der knapp 1.000 Quadratmeter große Penny Markt im Heimfelder Zentrum reicht nicht aus. Deshalb sollte noch ein Lebensmittelvollsortimenter wie Rewe oder Edeka das Angebot ergänzen. Doch dafür ist nirgends Platz.

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