Holger Heidecke (li.) bespricht mit Artur die nächsten Gruppentreffen zur Vorbereitung auf die MPU. Foto: ki
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BAK-Selbsthilfegruppe hilft bei der Vorbereitung auf die
Medizinisch-Psychologische Untersuchung

Von Karin Istel, HARBURG.
Total besoffen oder zugedröhnt Auto gefahren und von der Polizei erwischt worden. Jetzt ist der Führerschein erst mal weg. Wer seine Fahrerlaubnis zurückhaben will, muss eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bestehen. Wer sich auf den „Idiotentest“, wie die Untersuchung umgangssprachlich genannt wird, vorbereiten will, kann zur Harburger Selbsthilfegruppe des Bundes alkoholfrei lebender Kraftfahrer BAK kommen.
„Das ist schon ein Schock, wenn der Führerschein auf einmal weg ist“, sagt Artur aus eigener Erfahrung. Er gehörte zu den jährlich 90.000 Autofahrern in Deutschland, die „den Lappen“ abgeben müssen. Bevor man zur MPU gehen kann, muss nachgewiesen werden, dass man von Drogen oder Alkohol weg ist. „Man muss meist zwölf Monate lang Haare oder Urin auf die Droge untersuchen lassen. Man wird kurzfristig zu den Tests einbestellt“, so Artur. „Also lässt man die Finger vom Alkohol.“

Der Auslöser kann eine
Erkrankung,
Abhängigkeit oder eine Stresssituation sein
Holger Heidecke,
Sozialtherapeut

Und dann geht’s zur MPU. „Die MPU gliedert sich in drei Teile: die medizinische Untersuchung, den psychophysiologischen Test, auf Deutsch: den Reaktionstest, und die psychologische Untersuchung“, zählt Holger Heidecke auf. „Es geht darum, ob man in seinem Verhalten positive Veränderungen herbeiführen konnte, nicht mehr besoffen oder unter Drogen Auto zu fahren“, so der Sozialtherapeut für Sucht-Verkehrstherapie.
Er leitet die Selbsthilfegruppe, in der man sich auf die MPU vorbereiten oder Nachsorge betreiben kann. In Einzelgesprächen oder in der Gruppe spüren die Teilnehmer auf, warum sie in bestimmten Situationen zu Drogen gegriffen haben. „Der Auslöser kann eine Erkrankung, Abhängigkeit oder eine Stresssituation sein“, so Heidecke. Und dann? „Wenn der Grund gefunden ist, arbeiten wir daran, das Verhalten zu ändern, also etwas anderes zu tun, als beispielsweise zur Belohnung eine Flasche Wodka zu kaufen.“
Der Beleg über die Teilnahme an den Sitzungen der Selbsthilfegruppe und das Gutachten von Sozialtherapeut Heidecke wird dem Abstinenznachweis beigelegt, wenn es zur MPU geht. Bekommt man bei der MPU ein positives Gutachten, stimmt meist auch die Verkehrsbehörde zu. Wie bei Artur. Der 45-Jährige hat seit April 2018 seinen Führerschein wieder. Und ist seitdem ungeduldig: „Ich warte auf die nächste Polizeikontrolle. Dann kann ich meinen Führerschein vorzeigen.“

Selbsthilfegruppe BAK
Holger Heidecke
Tel 01525 352 47 45
Artur
Tel 0172 407 75 05
Neue Straße 27
Eine Spende von drei Euro je Sitzung wird erwartet.
Infos zur MPU
https://www.adac.de/verkehr/rund-um-den-fuehrerschein/mpu/ablauf/

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