EBV-Vorstand Joachim Bode will die WG an der Bremer Straße mit den neuen Bewohnern planen. Foto: SL

SABINE LANGNER, HARBURG.
Karla Mustermann ist Ende 60, ihr Mann ist verstorben, die Kinder sind lange aus dem Haus. Sie lebt allein in einer 100 Quadratmeter großen Altbauwohnung, und die Decke fällt ihr auf den Kopf. Eine kleinere Wohnung wäre schön, aber ihr Mietvertrag ist viele Jahrzehnte alt, und für das gleiche Geld würde sie wegen der explodierenden Mietpreise nur noch eine Mini-Ein-Zimmer-Wohnung finden. Und für eine Senioren-Wohnanlage fühlt sich Karla Mustermann zu jung.
Karla Mustermann ist ein erfundener Name, aber Menschen wie sie gibt es laut Statistik reichlich in Hamburg. Der Vorstand des Eisenbahnbauvereins Harburg (EBV) liest solche Statistiken sehr genau und hat jetzt beschlossen, ein Experiment zu wagen. An der Bremer Straße, Höhe Gottschalkring, werden in den kommenden Jahren mehrere alte Häuser abgerissen und an deren Stelle fünfgeschossige Neubauten mit insgesamt etwa 144 Wohneinheiten gebaut. Wenn Ende 2023 alles fertig ist, soll hier auch auf einer ganzen Etage eine Senioren-Wohngemeinschaft entstehen. „Wir denken da an entweder sechs bis sieben Einzelpersonen oder vielleicht auch fünf Paare oder eine Mischung aus beidem“, erläutert Joachim Bode, Vorstandsvorsitzender des EBV, die Idee. Einzige Voraussetzung: Die neuen Mieter müssen älter als 60 Jahre sein.
Entstanden ist diese Idee, weil immer mal wieder Menschen danach gefragt haben. Also haben sich Joachim Bode und seine Kollegen in ganz Deutschland nach solchen Projekten umgesehen. Es gibt sie, und sie laufen auch sehr gut. Aber es klappt besser mit dem Zusammenleben, wenn sich die Gruppe vorher schon kennengelernt hat. Noch besser wird es, wenn die Bewohner mitreden dürfen, wie ihre zukünftige Wohnung aussehen soll. Daher sucht der EBV schon in der Planungsphase der Neubauten Menschen, die Interesse an einer solchen WG haben. „Wir bauen das so, wie die Bewohner es gern hätten“, erläutert Joachim Bode. „Die ganze Wohnung wird barrierefrei und mit Fahrstuhl erreichbar. Und wir haben 300 bis 350 Quadratmeter zur Verfügung, so dass jede Partei in der WG ein eigenes Bad und eine eigene Pantry-Küche bekommt, aber auch eine große Gemeinschaftsküche“, so Joachim Bode weiter.
Interessenten wenden sich bitte an den Eisenbahnbau-Verein Harburg, Tel 764040.

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